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Düsseldorf
Macks Meisterstücke

Düsseldorf. Der Künstler ist gefragt wie nie. Die Düsseldorfer Galerie Beck & Eggeling hat Anteil am Erfolg, den er weltweit hat. Von Annette Bosetti

Die Party kam viel zu spät. Als seine Galeristen kürzlich zum Geburtstagsempfang luden, hatte Heinz Mack die Marke 85 schon lässig überwunden. Er war - wie fast immer - aus dem Rheinland geflohen, hatte sich allen Verehrern entzogen, seine Antennen auf "unerreichbar" geschaltet. Erst als er wieder heimkehrte, sah er mit Freude die Geburtstagspost durch. Die anerkennenden Worte von Politikern und Prominenz haben ihm gutgetan, auch die Wünsche von Würdenträgern, von Freunden und Weggefährten aus dem In- und Ausland.

Heinz Mack ist körperlich und geistig in Bestform. Dazu voller Schaffensfreude und Tatendrang. Er steht mit seinen 85 Jahren so gut wie jeden Tag im Atelier und auf dem Kunstmarkt erfolgreicher denn je da. Was dem Ego guttut: Seine Werke sind beliebt, sie haben an Frische nichts verloren, selbst wenn sie fast 60 Jahre alt sind.

Die Galeristen Ute Eggeling und Michael Beck haben einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran, dass Macks Werk weltweit noch gefragter ist als zuvor und dass die Preise in der Vergangenheit derart in die Höhe geschnellt sind. Die Kunsthistorikerin und der Kaufmann, die aus Leipzig nach Düsseldorf kamen und seit 2000 in der Bilker Straße in einem Stadtpalais aus dem 18. Jahrhundert ihre Geschäfte führen, vertreten Mack nahezu exklusiv. Jeder tut in dieser Beziehung viel für den anderen, Galerist und Künstler führen selten eine reine Geschäftsbeziehung.

Galeristen sind anders als Kunsthändler, sie pflegen den intensiven Kontakt mit dem Künstler, leisten eine Art Entwicklungshilfe und mitunter finanzielle Anschubhilfe. Für Mack war es hilfreich, dass sich Beck & Eggeling im Jahr 2014 an einem gigantischen Projekt beteiligte, wenn nicht dieses sogar mit anstießen. Dazu musste man viel Geld in die Hand nehmen, und als Galerist muss man an den Künstler glauben. Die Rechnung ging auf, mehr als das hat sich Mack in Venedig verewigt.

Seine Säulenarbeit ist auf Millionen Handys fototechnisch verewigt worden, weil sie faszinierender und imposanter nicht an dem Ort stehen konnte, wo sie erstmals gezeigt wurde: "The Sky Over Nine Columns" ("Der Himmel über neun Säulen") heißt die Installation, die während der Architekturbiennale auf der Insel San Giorgio Maggiore aufgebaut worden war. Mit ihren 800.000 Mosaiksteinen aus Gold überstrahlte sie für Monate die Sonne und das Meer in der Lagune. Ein Jahr später stand eine zweite Arbeit in Istanbul. Beide sind verkauft.

Es ist eines von Macks Meisterstücken, das formal und ästhetisch wesentliche Prinzipien seines Werkes berührt: Die Faszination des Lichts, die Schönheit der klaren Form, die Berührungen der Künste zwischen Orient und Okzident. Für Mack sind die Mosaike eine Huldigung an die Stadt Venedig und ihre Tradition in einem Transit zwischen Orient und Okzident. "Der Pfeiler repräsentiert den würdevoll aufrechtstehenden Menschen im Raum", sagt er. Das Verwegene, was dieser Arbeit innewohnt, hat Mack in der Jugend entwickelt und bis ins Alter bewahrt.

Anlässlich des Geburtstages haben die Galeristen Werke aus 59 Jahren zusammengetragen, die den virtuosen Zero-Künstler in seiner Kraft und Tiefe charakterisieren. Käuflich erwerben kann man diese - wie übrigens auch die dritte Auflage der neun goldenen Säulen.

Info "Korrespondenzen" bei Beck & Eggeling, Bilker Str. 5. Katalog: 28 Euro.

Quelle: RP
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