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Gastro-Tipp
Meeresspezialitätenauf Italienisch

Gastro-Tipp: Meeresspezialitätenauf Italienisch
Geschäftsführer Daniele Palazzolo mit Meeresfrüchte-Spezialitäten des Da Clà FOTO: andreas endermann
Düsseldorf. Mit dem Restaurant Da Clà hat sich ein außergewöhnliches Lokal im Medienhafen etabliert und auf Meeresfrüchte-Gerichte spezialisiert. Von Birgit Wanninger

Es hat sich verändert, das Restaurant im Medienhafen. Aus dem einst hellen Lokal "Patrick's Seafood No. 1" ist ein gemütlicher Italiener geworden. Aber nicht irgendein Italiener, sondern das Da Clà - ein sizilianisches Restaurant mit sizilianischen Spezialitäten. Ein Lokal, das sich in vielerlei Hinsicht von den 08/15 Italienern abhebt.

Ein Da Clà existiert bereits in Balestrate nahe Palermo und zählt dort zu den besten Adressen. Und da hat die Küche jetzt die Chance, sich auch einen Platz ganz oben in der Landeshauptstadt zu erobern. Mit besonderen Speisen in einem besonderen Ambiente.

Das beginnt mit der extravaganten Einrichtung. Immerhin hat Inhaber Claudio Palazzolo zwei Monate das Restaurant umgestaltet. Allerdings hätte es ein wenig an Dämmmäterial benötigt, denn wenn das Restaurant ausgebucht ist, ist der Geräuschpegel sehr hoch. Auffallend beim Betreten des Restaurants sind die zahlreichen Lampen an der Decke, die ein heimeliges Licht verstreuen. Dabei gleicht kaum eine der anderen. Weiterer Blickfang ist das große Weinregal, das als offene Wand den Gastraum von der Küche trennt. Und dennoch hat der Gast einen guten Blick in die Küche. Am Tisch angekommen, stehen überall unterschiedliche Gläser und Teller, liebevoll arrangiert.

Der größte Hingucker ist die Wand vor der Treppe, wo es zur Gaderobe geht. Die mehrere Meter hohe Wand ist voll behangen mit unterschiedlichen Tellern. "Das meiste haben wir aus Sizilien mitgebracht oder auf Flohmärkten in Berlin und Düsseldorf gekauft", sagt Geschäftsführer Daniele Palazzolo. Überhaupt wird im Da Clà alles mit viel Liebe zum Detail serviert, auch wenn die Speisen größtenteils auf modernen Tellern oder Schiefernplatten auf den Tisch kommen.

Die Speisekarte ist außergewöhnlich. Kartoffel-Kurkumasuppe mit Sepia (10,90 Euro), Hummersuppe mit Trüffel (14,50), das bekommt man nicht jeden Tag serviert. Zu den Rennern zählt bei den Vorspeisen Sardellen mit Burrata (Frischkäse) auf Bruschetta (10,90) - ein einfaches Gericht, aber immer wieder köstlich. Der gegrillte Pulpo (14,20) war, wie kaum anders zu erwarten, butterzart. Ein echter Hingucker sind die Gambas Kataifi mit Balsamico-Sauce in Rauch gehüllt (15,50). Sie serviert die freundliche Kellnerin Ylina unter einer gläsernen Haube, die sie vor dem Gast öffnet, erst dann entschwindet der Rauch. Ylina war es auch, die uns die hervorragende Krustentier-Lasagne (18,20) empfohlen hat, deren Bechamel-Sauce mit Hummer-Bisque ein ganz besonderes Aroma ergab. Aber auch die übrigen Pasta-Gerichte von Spaghetti mit Schwertfisch (13,90), Linguine mit Gambas und Pistazien sowie die Spezialität des Hauses, Taglioni Kaisergranat mit Bisque und Trüffel (26,50), sind wahre Gaumenfreuden. Wer keinen Fisch oder Seafood mag, es gibt jede Menge andere Pasta-Gerichte. Das gilt auch für Hauptspeisen wie Lammkarree, Schweinefilet in Pistazienkruste oder Rinderfilet mit Steinpilzen. Seafood-Liebhaber kommen auf ihre Kosten bei der Meeresfrüchte-Platte (39,00) mit Gambas, Kaisergranat, Miesmuscheln und halbem Hummer. Anders als bei den Franzosen sind die Krustentiere lauwarm und leicht glasig gegart. Einfach perfekt. Austern dürfen auf der Platte nicht fehlen, und die gibt es auch als Vorspeise. Die kann der Gast, trotz der fast nur italienischen Weine auf der Karte, auch mit Champagner schlürfen. Die Thunfischvariationen in Rotweinsirup (27,50) überraschten, auch wenn für unseren Geschmack der gebratene Fisch fast zu durch war. Die Desserts ließen keine Wünsche offen, und der Espresso kam auf einen Tablett in einem antiken Tässchen mit (fast passenden) Milchkännchen. Bliebe noch der Service: Der war wunderbar charmant. Allerdings sind in einem vollbesetzten Restaurant zwei Personen zu wenig.

Quelle: RP
 
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