| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Michael Köhlmeier probiert neuen lakonischen Erzählton

Düsseldorf. Auf leisen Sohlen kommt er daher, der neue Roman von Michael Köhlmeier, aus dem er im ausverkauftem Heine Haus bei Müller und Böhm las. Nach seinem viel gelobten Werk "Zwei Herren am Strand" hat der Düsseldorfer Literaturpreisträger rasch ein neues Werk verfasst, um sich von der Arbeit zu erholen, wie der im Alemannischen geborene Autor im Gespräch mit Rudolf Müller meinte. Von Thomas Hag

Köhlmeier liest die Geschichte vom Flüchtlingskind fast lapidar. Er habe am Anfang nicht gewusst, wie sie enden würde, sagt er, nur "über den Winter" habe er das Mädchen bringen wollen, und so erzählt er auch: Die Ereignisse reihen sich schlicht aneinander. Weg vom großen "aristotelischen" Erzählen habe er kommen wollen, hin zu einer Schreibweise, die das Geschehen aus dem Jetzt sieht und eine Abfolge findet, deren Sinn noch nicht vom großen Ganzen dominiert ist. Dass die Geschichte vom verlassenen Kind so aktuell sein würde, habe sich erst in den letzten Monaten ergeben. Der Titel "Das Mädchen mit dem Fingerhut" verrät es, Köhlmeier kennt sich durch seine Serien im Fernsehen aus mit Mythen und Märchen, so ist auch dieses Mädchen ein Märchenkind, abhängig von der Freundlichkeit von Fremden. Auch der Autor erzählte von seiner Kindheit und zog die Zuhörer in jenen Bann, den auch sein Schreiben auszeichnet.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Michael Köhlmeier probiert neuen lakonischen Erzählton


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.