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Ballettscouts zu "b.26"
Neue Entdecker für Ballett und Oper

Ballettscouts zu "b.26": Neue Entdecker für Ballett und Oper
Unsere Scouts: Khatuna Ehlen, Isabell Boyer, Jan van de Weyer (linke Reihe, von vorne); Gisela Miller-Kipp, Susanne Freyling-Hein, Max Ohagen, Niko Budden (mittlere Reihe, v.v.) sowie Rheinoper-Geschäftsführerin Alexandra Stampler-Brown und Generalintendant Christoph Meyer mit den Scouts Maren Jackwerth und Georg Hess (rechte Reihe, v.v.). Es fehlen Hochschuldozent Uwe Schwäch, IHK-Geschäftsführerin Marion Hörsken und Bäckermeister Roland Schüren. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Zur neuen Spielzeit sind auch unsere Ballett- und Opernscouts wieder im Einsatz. Wir haben sie gleich um ihre Meinungen gebeten. Von Regina Goldlücke

"Bevor ich Opernscout wurde, hatte ich nicht viel Erfahrung mit dem Musiktheater", sagt Susanne Freyling-Hein. "Durch die Gespräche nach den Premieren konnte ich der Oper und dem Ballett ganz neue Aspekte abgewinnen." Damit fasst die Diplom-Betriebswirtin zusammen, was sie im vergangenen Jahr erlebt hat. Die Opernscouts, ein Projekt von Rheinoper und Rheinischer Post, gibt es seit 2009. "Und jedes Mal ist es wieder ganz frisch und auf neue Art lebendig", sagt Generalintendant Christoph Meyer. Unmittelbar nach jeder Premiere kommen die Scouts zusammen und sprechen über ihre Eindrücke.

Alexandra Stampler-Brown, Geschäftsführerin der Rheinoper, begrüßte die Scouts vor ihrem Einsatz beim Ballettabend "b.26", der ersten Vorstellung der Spielzeit. "So ein Auftakt ist immer aufregend, es ist schön, ihn zu teilen", sagt sie. Das kann Khatuna Ehlen bestätigen. "Ich habe insbesondere das Ballett liebgewonnen", sagt die Sozialarbeiterin, die bereits in der vergangenen Spielzeit als Scout im Einsatz war. Auch die Studentin Isabell Boyer schloss erst als Scout das Ballett ins Herz: "Es ist ein Vergnügen, sich auf ungewohnte Kunstformen einzulassen." Gisela Miller-Kipp brachte schon reichlich Erfahrung aus dem Musiktheater mit. "Was das Geschäft einerseits erleichterte, bisweilen aber auch erschwerte", stellt die frühere Universitäts-Professorin fest. Diese Erfahrungen haben die Neulinge unter den Dutzend Opernscouts noch vor sich. Maren Jackwerth, Anwältin und Gründerin des Rheinischen Stifterforums, musste wegen ihres noch kleinen Kindes eine längere Opernpause einlegen und freut sich auf den Wiedereinstieg. Der Notar Georg Hess war vor nicht allzu langer Zeit fasziniert von "Carmen", gibt aber zu, vor diesem Abend noch nie im Ballett gewesen zu sein. Niko Budden, Student der Geschichte und Germanistik, war bisher eher ein Theatergänger.

Nach ihrem ersten Einsatz haben wir die Opernscouts um ihre Meinung zu "b.26" gebeten. Gezeigt wurden drei Choreografien: Tänze von August Bournonville, "Dark Elegies" von Antony Tudor und "One" von Terence Kohler.

Susanne Freyling-Hein, Betriebswirtin

"Erster Eindruck: Folklore, gebauschte Tutus, schöne Farben, klassischer Spitzentanz - aber etwas eintönig. ,Dark Elegies' war mit seiner düsteren Ästhetik dann unheimlich schön, trotz der Trauer. Etwas zu kämpfen hatte ich mit ,One', es fiel gegen die anderen Stücke ab."

Jan van de Weyer, Bildhauer

"Leichtigkeit und Lebensfreude im ersten Stück, aber mit den hohen Sprüngen harte Arbeit für die Tänzer. Am schönsten fand ich die Umsetzung von Mahlers ,Kindertotenliedern' in ,Dark Elegies'. Mit ,One' hatte ich Schwierigkeiten, obwohl ich Brahms liebe."

Niko Budden, Student

"Mir fiel der Zugang zu ,One' am leichtesten, weil es eine Geschichte erzählte. Trotz der Längen erschien mir das Stück greifbarer als die fröhliche Ästhetik in dem Klassiker, den wir am Anfang gesehen haben."

Uwe Schwäch, Hochschuldozent "Ein Spannungsbogen zwischen Euphorie und Tristesse. Die viele Bewegung im ersten Stück bewegte mich nicht. ,Dark Elegies' dagegen erzeugte Tiefe, die Symbiose aus Tanz, Musik und Gesang zog mich in den Bann. ,One' begann archaisch, mit ungewöhnlichen Hebungen. Bis das Stück in sich zusammenbrach."

Isabell Boyer, Studentin

"Beim ersten Stück musste ich schmunzeln. Mit seiner Sprunghaftigkeit und Verspieltheit hatte es etwas Parodistisches. Ein größerer Kontrast als zu den "Kindertotenliedern" ist kaum vorstellbar. ,One': futuristisch, wild, ungestüm. Bewegungen, wie ich sie noch nie sah. Nur das Ende ist missgelungen."

Max Ohagen, Inhaber von Manufattura

"Der Start war leuchtend hell und unbekümmert glücklich. Dann die Konfrontation mit der Trauer. Bei ,One' dachte ich erst, das geht jetzt richtig ab. Ich hab´s dann aber nicht ganz verstanden."

Gisela Miller-Kipp, Univ.-Prof. i.R.

"Eine faszinierende Trilogie. Zuerst spätromantische Folklore, putzmunter, neckisch, hübsch und nichtssagend. Doch dann, was für ein Kontrast, ein Absturz in dichte Gefühlswelten der Trauer und Verzweiflung. ,One' ist ein faszinierender Kraftakt und ein Wechselbad der Gefühle. Dazu tragen auch der Bühnenraum und die Lichtregie bei."

Quelle: RP
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