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Düsseldorf
Ausverkauft! 5000 Fans feiern Jubiläum des Open-Source-Festivals

Open Source Festival 2015 in Düsseldorf
Open Source Festival 2015 in Düsseldorf FOTO: Joshua Sammer/Tonight
Düsseldorf. Beim Jubiläum passte alles zusammen, die Besucherzahl, das prächtige Wetter und natürlich die Musik: Das zehnte Open Source Festival in Düsseldorf war ausverkauft und zog internationale Gäste an. Die Aftershow-Partys liefen in der Stadt. Von Thomas Hag

Ausverkauft! Oder um international zu bleiben: Sold Out. Einen Tag vor dem zehnten Open Source Festival konnten der künstlerische Leiter Philipp Maiburg und sein Team etwas entspannter auf den Samstag schauen: denn zum ersten Mal in der Geschichte des Open Source gab es keine Tickets mehr an der Tageskasse. Dafür häuften sich bei Facebook die Anfragen nach abzugebenden Eintrittskarten. "Es ist schön, nicht nur mit Schulterklopfen belohnt zu werden", meint Maiburg und verweist auch auf die Unterstützung der Stadt und diverser Sponsoren. Er kann schon jetzt auf das 11. Open Source schauen. Und er erwähnt, dass über die Hälfte der Tickets außerhalb von Düsseldorf verkauft wurden, viele Besucher kamen aus dem Ausland.

Beim Jubiläum passte alles zusammen, die Besucherzahl, das prächtige Wetter und natürlich die Musik. Und erneut konnte das Festival alle Vorzüge präsentieren, die es zu etwas ganz Besonderem machen. Der stimmungsvolle Veranstaltungsort und die kurzen Wege zu den drei Bühnen. Dazu die Ausstellungsstände der Kreativen, die Kunstpunkte, Videos und Installationen. Und auch das Catering präsentierte sich zum Jubiläum mannigfaltig. Neben den Klassikern wie Pizza, Pommes und Bratwurst gab es zum ersten Mal auch einen veganen Stand. Die langen Schlangen davor bewiesen, dass es gerade das junge Publikum fleischlos liebt.

Max Herre beim Open Source Festival 2014 in Düsseldorf FOTO: TONIGHT.de/ Janvt

Aber am wichtigsten bleibt natürlich die Musik. Auf die Hauptbands vor der Tribüne konnten sich fast alle einigen, ob es nun die folkige Liedermachermusik der Lokalmatadoren von Honig war oder Festival-getestete Indie-Pop Bands wie Death Cab for Cutie. Die Amerikaner konnten mit Songperlen wie "I will Follow You into the Dark" oder "President of What?" die Herzen erobern. Aber auch die Band mit dem suspekten Namen Kakkmaddafakka aus Bergen, deren Sound wesentlich freundlicher ist als ihr Name, erfreuten das Publikum und setzten die Tradition der skandinavischen Bands auf dem Open Source fort, die schon mit The Whitest Boy Alive begann, als das Festival noch auf dem Gelände des Freibands Lörick stattfand. Ihr funkig geerdeter Disco Pop kann sich auf die Talking Heads berufen, ist aber weniger intellektuell, ein bisschen eintöniger. Aber das ist ja das Gute – wenn es einem reicht, wechselt man die Bühne, schaut nach, was auf der Young Talent Stage – mit Bands aus ganz NRW – geschieht. "The Tame and the Wild" hinterließen da nachhaltigen Eindruck.

Wer es experimenteller mag, fühlt sich vor der Carhartt-Bühne gut aufgehoben, dort lieferten Stefan Schwanders Harmonious Thelonius und die Afro-Cuban Nightmare Band einen Auftritt ab, der vieles in sich vereinte, was einen modernen Ansatz ausmacht. Das Vermischen der Stile, in diesem Fall die ethnische Musik Nordafrikas, trifft auf eine fast entspannte Electronic, die sich falscher Inbesitznahme entzieht, aber "echte" Trompetenklänge in ein eher unterkühltes Soundbild einbezieht. Auch an anderen Stellen fällt auf, wie sehr die Musik aus dem Rechner den Faktor Mensch miteinbezieht, sei es DJ Mark Ernestus und seine Musiker aus dem Senegal oder Future Brown, bei denen schräge Electro-Sounds auf fast derben Rap treffen. Das wirkt gerade gegen Abend, wenn der Himmel sich sanft glühend vor den Baumreihen abzeichnet, besonders aufregend. Düsterer wurde es – auch musikalisch – bei Laurel Halo. Die Klangflächen der US- Musikerin beginnen verhalten, steigen sich aber dramatisch. Auch sehr gut: Detlef Weinrich als Tolouse Low Trax, der Soundblöcke gegeneinander schiebt, als gelte es, einen Lynch-Film neu zu vertonen. Mit Kreidler war er schon am Tag davor bei der "Time Based Academy" in der Kunsthalle aufgetreten, ein weiterer Nachweis für die Verflechtungen von Musik und Kunst, der für Düsseldorf so typisch ist.

Das Open-Source-Festival in Düsseldorf 2013 FOTO: TONIGHT.de/Dariusz Misztal

Am Ende stand der Pop der englischen Band Metronomy auf der Hauptbühne. "Als wären die Beatles elektronisch", befand eine Besucherin. Mit einem bejubelten, wüsten Surf-Instrumental beendeten sie ihr Set, bevor es für viele Besucher zu den After-Show-Parties in den Salon des Amateurs oder die Kunstakademie ging. Hier konnte man einige der Musiker antreffen, die noch kurz zuvor auf der Bühne gestanden hatten. Fazit: das Open Source ist nicht nur ein herausragendes Musikfestival, sondern auch ein sozialer Treffpunkt und eine Ideenbörse. Oder einfach nur: ein schöner Tag mit Menschen und Musik.

Mehr Informationen rund um das Open Source Festival in Düsseldorf gibt es hier in unserem Dossier. 

Quelle: RP
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