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Düsseldorf
Orchesterkultur aus Prag mit 16 ersten Geigen

Düsseldorf. Federleichte Anschlagskultur, dennoch kraftvolles Zupacken und unbändige Musizierfreude - das sind einige der pianistischen Tugenden, die Khatia Buniatishvili auszeichnen. Die 29-jährige Pianistin begeisterte die applausfreudigen Zuhörer in der Tonhalle mit Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll. Die aus Georgien stammende Solistin verband sich einfühlsam mit dem gleichberechtigt agierenden Orchester, demonstrierte andererseits auch ihre staunenswerte Virtuosität, ohne Effekthascherei zu demonstrieren. Eine fein kolorierte barocke Zugabe unterstrich noch einmal die bedingungslose Hingabe der Pianistin an die Musik. Von Heide Oehmen

Die Tschechische Philharmonie unter ihrem Chefdirigenten Jiří Belohlavek machte nicht nur ihrer Solistin das Musizieren zum Vergnügen - sie überzeugte auch in den Orchesterwerken. In beeindruckender Besetzung - 16 erste Geigen - füllte sie mit ihrem warmen, weichen, gerade für die Musik ihrer Heimat wie geschaffenen Klang die Tonhalle. Nach einer packend ausmusizierten Rarität - der Orchesterballade "Des Spielmanns Kind" von Leo Janáek mit einem ausdrucksvoll gestalteten, umfangreichen Violinsolo des Konzertmeisters - beschenkten die Gäste ihr Publikum mit der Sinfonie Nr. 7 d-Moll von Antonín Dvořák.

Hier waren die Tschechen, die Blohlávek mit knapper Gestik und völlig unaufgeregt leitete - man kennt einander ja seit vielen Jahren - ganz in ihrem Element. Der satte, bewundernswert homogene Streicherklang, die warm getönten Hörner, die blendend disponierten Holzbläser oder das nie protzige Blech - alles harmonierte optimal. Ein einziger Hörgenuss!

Quelle: RP
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