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Gastro-Tipps
Pasta und Carne im schummrigen Licht

Düsseldorf. Die Trattoria Zollhof im Medienhafen ist nach einer Renovierung wieder geöffnet. Gelungen ist die Licht-Installation. Das Essen ist auf gewohnt hohem Niveau. Von Holger Lodahl

Der Medienhafen zwischen Hammer Straße Speditionstraße gilt als gutes Viertel für Gastronomie. Die Trattoria Zollhof spielt seit Jahren ganz oben mit und hat sich einen guten Ruf erwirtschaftet. Diesen galt es mit einer aufwendigen Renovierung noch zu verbessern. Drei Wochen nach der Eröffnung gab es noch einen Rückschlag. In einer Zwischendecke entzündeten sich Kabel, Rauch drang aus den Lüftungsschlitzen der Theke. Nun aber können die Gäste wieder italienische Spezialitäten genießen.

Pizza ist in einer Trattoria selbstverständlich. Fast 20 Varianten gibt es - angefangen beim Klassiker Margherita (6,50 Euro), über Vegetaria (8,90 Euro), Puttanesca (Sardinen, Speck, Oliven für 8,50 Euro) und Frutti di Mare (10,90 Euro) und Hawaii (9,50 Euro). Etwas ausgefallener sind die Pizzen Asparagi e Salmone (12,90 Euro, mit Spargel und Lachs), Filetto di Manzo (mit Rinderfiletstreifen, 13,90 Euro) und Pizza al Tartufo Nero, die wahrscheinlich wegen des Schwarzen Trüffels mit 15,90 Euro die teuerste Pizza ist.

Aber weil Pizza selbst mit Trüffeln den Hauch des Alltäglichen hat, lohnt sich das Studieren der eng beschriebenen und leicht unübersichtlichen Tageskarte. Bei den Antipasti stehen kulinarische Menü-Starter wie Caprese vom Büffelmozzarella (10,90 Euro) und Spargel in Parmesankruste mit Parmaschinken (13,90 Euro). Auffallend die Carpaccio-Vielfalt: Ob Süßkartoffel-, Gurken-, Thunfisch- oder Birnencarpaccio - der Name ist heutzutage nicht mehr nur dem dünn geschnittenen, marinierten Rindfleisch vorbehalten. Das Original aber überzeugt im Zollhof auf ganzer Linie. Der Begriff "hauchdünn" ist verdient, das Fleisch ist zart und leicht gewürzt. Auch die Bruschetta ist gut: Die drei Brotscheiben sind üppig mit eingelegen Tomatenwürfeln bedeckt und haben einen leichten Knoblauch-Geschmack.

Beim Lesen der Carni dürfte Fleisch-Liebhabern der Appetit kommen. Lammkaree an Gemüse (24,90 Euro), Perlhuhnbrust auf Linsen (19,90 Euro) sowie die Entenbrust in Honigsenfsoße (19,90 Euro) lesen sich gut. Ein Genuss ist die Kalbsleber (18,90 Euro): dünn geschnitten und perfekt gegart. Der Koch weiß, wie es geht. Das Kartoffel-Püree hat ein intensives Trüffelaroma - wer's mag. Das Wiener Schnitzel mit Kartoffeln (19,90 Euro) scheint aber fehl am Platz. Da ist schon besser, sich auf Pasta zu konzentrieren. Die Taglierini mit Schwertfisch (9,50 Euro) etwa sind köstlich ebenso wie die Paccheri mit Lachs und Zucchini (8,50 Euro). Eines der wenigen vegetarischen Gerichte auf der Karte ist das Duett zweier Nudel-Varianten (11,90 Euro). Jede Pasta für sich ein Genuss: die Pasta mit Steinpilz-Trüffelsoße ebenso wie jene mit Tomaten. Aber beide Sorten auf einen Teller scheinen sich in Sachen Aroma aber nicht so recht anzufreunden. Optisch hingegen ist das Nudel-Zweierlei eine Wucht. Angerichtet ist die Pasta ebenso wie alle anderen Gerichte wie kleine Gemälde - fast zu schade, um sie mit Löffel und Gabel zu zerstören.

Auch sonst gibt es im Zollhof viel Gutes für die Augen. Das Design des Restaurants ist gelungen. Theke, Wände, Decke und Möbel sind in Braun- und Beigetönen gehalten, ohne altbacken zu wirken. Designer-Lampen spenden ein angenehm indirektes, fast schon schummriges Licht. Bei Einbruch der Dämmerung zünden die Kellner (die übrigens charmant und aufmerksam sind) die Tischkerzen an, so dass die gemütliche Atmosphäre noch verstärkt wird.

Quelle: RP
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