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Gastrotipp
Pekingente im neuen Ambiente

Gastrotipp: Pekingente im neuen Ambiente
Das Jinling ist angenehm und offen eingerichtet. Vor allem die Pekingente ist eine Bestellung wert. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Zweieinhalb Jahre war das Jinling, das Restaurant im Düsseldorfer China Center, geschlossen. Jetzt hat es im neuen Stil wiedereröffnet. Von Birgit Wanninger

Die Renovierungsarbeiten waren aufwendig. Aber sie haben sich gelohnt. Das Restaurant Jinling, früher fast zu modern, und damit schon ein wenig steril wirkend, besticht nun durch seine neue Einrichtung in warmen Tönen. Das gilt selbst für das knallige Rot an den Wänden, das jetzt viel weicher wirkt.

Für die Umbauarbeiten und die neue Einrichtung im Restaurant des Düsseldorfer China Centers (DCC) zeichnet sich die chinesische Innenarchitektin Lea Shen verantwortlich. Sie hat mit Raumteilern und dekorativer chinesischer Kunst im Restaurant ein wunderschönes Ambiente geschaffen. Das im Boden eingerichtete Aquarium, das sehr reparaturanfällig war, ist einer idyllischen kleinen Landschaft gewichen. Wer das Jinling betritt, weiß, dass er sich in einem Restaurant der gehobenen Klassen befindet.

Die Speisekarte ist klein, aber fein und unterscheidet sich von denen zahlreicher chinesischer Restaurants. Um die Gerichte kümmern sich vier Küchenmeister. Allen voran Küchenchef Guanglu Long, der vor allem die kantonesische Yue-Küche seinen Gästen schmackhaft machen möchte. Neben dem Küchenchef gibt es unter anderem Dim-Sum-Meister Zhong Dehua, der sich um die kleinen mundgerechten Köstlichkeiten kümmert.

Zu den Vorspeisen zählt der lauwarme pikante Nudelsalat (sechs Euro) mit Chiliöl und Koriander. Die Kombination überrascht europäische Gaumen. Das gilt auch für die gefüllte Lotuswurzel (sechs Euro), die durch Süße und leichte Säure, verbunden mit dem weichen Gemüse und knusprigen Osmanthusblüten neue Geschmackserlebnisse bietet. Bei den Dim-Sums sind gedämpfte Teigtaschen (4,50 Euro) ein Muss. Und die offerierten Jautse haben wir in Deutschland noch nie besser gegessen. Ob Fischfilet nach Sezuchan Art (16,50 Euro) oder der scharfe Tofu mit Hackfleisch (12,50 Euro) - es ist die Raffinesse der unterschiedlichen Gewürze, die jedes Gericht so schmackhaft macht. Das gilt auch für den Löwenkopf (acht Euro), der sich als delikater, locker-leichter Fleischkloß in einer feinen Hühnersuppe entpuppt.

Vor seiner Schließung war das Jinling bekannt für seine gute Peking-Ente. Und die Ente ist wieder perfekt. Das Restaurant bietet die Peking-Ente als Menü (ab zwei Personen, pro Person 48 Euro) an, dann in fünf Gängen. Man kann sie aber auch im Ganzen (65 Euro) oder als halbe Ente (33 Euro) bekommen.

Und sie wird zelebriert, die Peking-Ente, die noch dampfend und knusprig-braun auf einem Servierwagen an den Gästetisch kommt. Dort tranchiert sie Meister Long oder einer seiner Kollegen nach bestimmtem Muster. Dazu benötigt man viel Sachkenntnis. Und Fingerfertigkeit. Jeder Peking-Enten-Koch-Meister hat eine mehrjährige Ausbildung hinter sich.

Jetzt schneidet der Koch den Vogel in feine, kleine Teile - löst zuerst die krosse Haut mit der zart schmelzenden, hauchdünnen Fettschicht ab. Das saftige Fleisch kommt separat oder (beim Menü) später. In Millimeter dünn geschnittener Lauch und fast ebenso dünne Gurkenstifte sowie eine köstliche samtig-süße, selbst gemachte Pflaumensoße (da hat jeder Koch sein Geheimrezept) und ein Stück der knusprigen Haut kommen in einen hauchdünnen, fast transparenten Pfannkuchen. Der dient als Hülle für das Gaumenerlebnis. Denn die Peking-Ente besitzt bei nur einem einzigen Biss alles: Süße und Salz, Fruchtiges und Knackiges, Krosses und Weiches - ein wahres Geschmacksfeuerwerk. Allein dafür lohnt sich der Weg ins Jinling.

Quelle: RP
 
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