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Düsseldorf
Publikum belohnt Wagemut des jungen Orchesters

Düsseldorf. Begeisterung wollte sich bei Ernst von Marschall nicht gleich einstellen, als ihm vor einem Jahr ein kühner Vorschlag unterbreitet wurde. Ob man, wurde er von seiner Konzertmeisterin gefragt, nicht gemeinsam Schostakowitschs erstes Violinkonzert aufführen könne.

Der Dirigent des Jugendsinfonieorchesters der Tonhalle Düsseldorf musste erst einmal schlucken. Er hielt diese Aufgabe für zu schwer, sowohl für die gerade mal 1996 in Genf geborene Assia Weissmann als Solistin als auch für sein junges Orchester. Nicht nur die technischen Anforderungen sind hoch, das Werk will erst einmal in seinem geistigen Gehalt erfasst werden. Freudig überrascht durften er und das Tonhallenpublikum feststellen, dass sich der Wagemut gelohnt hatte.

Assia Weissmann spielte das 1948 entstandene Werk mit einer für ihr Alter beachtlichen Abgeklärtheit. Ausdrucksvoll gestaltete sie den Beginn, souverän gelang ihr die Kadenz. Mit einem tragfähigen Ton konnte sie sich einem Orchester gegenüber behaupten, das seine schwierige Aufgabe ebenfalls tadellos bewältigte. Überhaupt präsentierte es sich in ausgezeichneter Verfassung. Zunächst durften sich die Blechbläser schmetternd mit einer Fanfare auszeichnen. Die hatte der durch seinen Zauberlehrling bekannte Paul Dukas für sein Ballett "La Péri" geschrieben. Beethovens Egmont-Ouvertüre wurde nicht nur mit jugendlichem Temperament angegangen. Marschalls Einstudierung sorgte für Disziplin und Konzentration. Der Klang entsprach professionellen symphonischen Anforderungen. Für die vier letzten Lieder war mit Anke Krabbe von der Deutschen Oper am Rhein eine hervorragende Sopranistin gewonnen worden. Kraftvoll dominierte ihre Stimme auch noch im Fortissimo.

Dass beim Piano das Orchester sich etwas hätte zurückhalten können, darf dem Faktor Jugend zugute gehalten werden. Das Publikum feierte es mit begeistertem Beifall.

(gho)
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