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Veranstaltungs-Tipps
Rasante Show mit kubanischer Musik

Düsseldorf. Kubanische Lebenslust, großartige Artisten und ein gut aufgelegter Moderator sind die Zutaten der Varieté-Show "Havanna". Von Julia Brabeck

Der Tourismus in Kuba boomt, seit der langjährige Erzfeind USA vor einem Jahr das Ende des Embargos verkündet hat. Für alle, die aber nicht in diesem Sommer dorthin reisen können, bietet Roncalli's Apollo Varieté als Alternative zumindest einen kleinen "Ausflug" in das karibische Land an. "Havanna - Cuba libre" heißt das neue Programm, das für heiße Nächte am Rhein sorgt.

Den Rahmen gestalten Tänzer und Musiker aus Kuba. In der Buena Vista Band spielen acht Musiker mit und liefern mit Rumba, Mambo, Salsa und Cha Cha den passenden Sound für die vier temperamentvollen Tänzer. Der Gesang kommt von José Guillermo Puebla-Brizuela, der unter anderem mit dem berühmten Buena Vista Social Club zusammengearbeitet hat und gefühlvoll auch Klassiker wie "Guantanamera" oder "Commandante Che Guevara" zum Besten gibt. Der 63-Jährige zeigt, dass nicht nur die Tanzprofis es verstehen, die Hüften zu den schwungvollen Klängen kreisen zu lassen.

Die anderen Darbietungen der rasanten Show haben bis auf einige Accessoires und dem Bühnenbild wenig mit Kuba zu tun. Der Zuschauer verzeiht das aber gern, denn die Artisten bieten, teilweise von der Live-Musik begleitet, wirklich erstklassige Nummern. Das "Duo Rose", Sylvia Friedmann und Samuel Jonathan Sion, zeigt am Trapez ein preisgekröntes Liebes-Duett in der Luft. In fließenden Bewegungen, scheinbar ohne Anstrengung, erschaffen sie wunderschöne Bilder. Dabei verbiegt sich Schlangenfrau Friedmann immer wieder so sehr, dass es schon nur beim Zuschauen schmerzt.

Einen rasanten Tanz an den Pole-Stangen vollführt das Duo Acosta, dem es dabei gelingt, immer wieder Figuren zu präsentieren, die so noch nicht zu sehen waren. Dabei wechseln sinnliche mit dynamischen Passagen miteinander ab und die Künstler scheinen die Schwerkraft außer Kraft zu setzen.

Die Künstlerin Christina Gruber beherrscht es perfekt, Eleganz und Kraft miteinander zu verbinden. Die Artistin beeindruckt durch eine große Bühnenpräsenz und kommt mit Hut, Anzug und Zigarre äußerst lässig daher. Und dann schwingt sie sich mit zwei Ringen, wie so mancher sie noch aus dem Turnunterricht in der Schule kennen mag, zu einer starken Luftnummer in die Höhe und zeigt eine Performance, bei der einem der Atem stockt.

Für Erholung zwischen diesen und weiteren spannenden Darbietungen, wie etwa eine fröhliche Einrad-Nummer oder eine gewagte Hand-auf-Hand-Artistik, sorgt der bestens aufgelegte Moderator Brian O'Gott. "Der ist so bekloppt, dass es einfach nur Spaß macht, ihm zuzusehen", sagt eine Zuschauerin. Mit der Vorführung einiger seiner "unglaublichen Erfindungen deutscher Ingenieurskunst" sorgt er beim Publikum teilweise für Lachtränen und begeistert mit irrsinnigen Wortspielen. Bei seiner Moderation setzt der Niederrhein O'Gott nicht nur auf Charme und Witz, sondern auch auf doppelbödigen Humor. Der wird deshalb zum Teil erst etwas mit Verzögerung vom Zuschauer verstanden, schlägt dafür dann aber umso heftiger ein.

Quelle: RP
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