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Gastrotipp-Tipp
Ratatouille in neuen Räumen

Düsseldorf. Das Ratatouille ist an die Nordstraße umgezogen. Inhaber und Küchenchef Sam Keshvari bleibt seinem Kochstil treu: klassische französische Küche. Von Birgit Wanninger

Typischer könnte eine Brasserie nicht sein: Weiß-rot karierte Tischdecken, helle Räume, schlichte Zweier-Tische, die man problemlos für größere Gruppen zusammenstellen kann, Weinregale und jede Menge Deko an den Wänden: Fotos und Zeichnungen mit klassischen Motiven von Paris. Blickfang aber ist das Foto einer überdimensionalen Auster. Selbstverständlich darf die Schiefertafel mit den aktuellen Tagesgerichten nicht fehlen.

Das Ratatouille bietet all' das und noch mehr. Nein nicht in dem kleine Restaurant an der Wiedlandstraße, sondern an der Nordstraße. Inhaber und Küchenchef in Personalunion Sam Keshvari hat sich vergrößert und fährt momentan zweigleisig. Das Lokal an der Wielandstraße bleibt bis Ende des Monats geöffnet.

Die neue Lokalität ist zwar größer, aber nicht unbedingt groß. Immerhin plant er mit bis zu 50 Plätzen - und im Sommer kommt noch die wunderbare Außenterrasse im Hof mit weiteren 40 Platzen dazu. Momentan ist es für den Koch, der gestern in der Kabel-Eins-Soap "Mein Lokal, dein Lokal" gewonnen hat und fast schon ein Abonnement auf einen Sieg bei der "tour de menu" hat, noch ein wenig stressig. Aber Keshvari sieht's gelassen. "Er braucht das", sagt Restaurantleiter und Sommelier Kai Schiefer verschmitzt.

Denn egal, was auf der Karte steht, für "Le Chef" Sam Keshvari muss es frisch sein. Dabei hat er sich auf eine klassische französische Küche spezialisiert - wenn auch mit einem Hauch Orient. Denn trotz langjähriger Küchenerfahrung in ganz Europa bringt der Koch mit Wurzeln im Iran gerne kulinarische Einflüsse seiner Heimat mit ein.

Dabei legt der Küchenchef wert auf Authentizität. Für Freunde der französischen Bistro-Küche (am Konzept hat Keshvari nichts geändert zur Wielandstraße) ist das Ratatouille ein Genuss-Erlebnis. Krustentiere und Innereien dürfen auf der Karte ebenso wenig fehlen wie die Austern (3,50 Euro) und die Foi gras (17,90) - selbstverständlich selbstgemacht, verfeinert mit kleinen Pflaumenstückchen, die Keshvari zuvor 24 Stunden in Armagnac eingelegt hat und einem Brombeergelee, das er stundenlang reduziert haben muss - ein Genuss. Das gilt auch für die Hummersuppe (9,80), die er Hummer-Cappuccino nennt. Sie wird in einer Tasse serviert und ist dank Einköchelns sehr geschmacksintensiv. Leider fehlten uns ein paar - wenn auch nur wenige - Hummerstückchen. Zu den Favoriten der Gäste zählen die klassische Bouillabaisse (13,90) und der halbe Hummer (19,90) mit Trüffelbutter. Der Coq au Vin wird nicht in Weiß- oder Rotwein gegart, sondern im edlen Burgunder. Das Gericht heißt dann Coq au Pouilly Fumée (17,90). Dabei ist das Huhn kein einfaches, sondern ein Schwarzfederhuhn und wunderbar zart. Dazu die Sauce: aromenreich und ein Genuss.

Sam Keshvari scheut es nicht, gut zu würzen. Wie beispielsweise beim Steak-Tartar (19,90), das er kurz anbrät, so dass es noch mehr Aromen entfaltet. Dazu serviert er eine Senf-Mayonnaise - selbstverständlich frisch gemacht. Das gilt auch für die dazugehörigen Fritten, die separat serviert werden. Trüffel-Pommes sind es, mit feinen Trüffelspänen obendrauf. Eigentlich bräuchte man nicht mehr. Bis aufs Dessert. Das warme Schokotörtchen mit flüssiger Schokolade - himmlisch. Die Creme Brulée - samtig weich schmilzt sie auf der Zunge. Da verzeiht man auch den hektischen Service, der bei Hochbetrieb manchmal den Überblick verliert und sich noch einspielen muss.

Quelle: RP
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