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Gastrotipp
Scharfes aus der Szechuan-Küche

Düsseldorf. Wer gerne scharf isst, der ist bei Fu Chunyuan richtig aufgehoben. Feuertöpfe sind eine Spezialität des Restaurants an der Stresemannstraße. Von Birgit Wanninger

Wer schon einmal in Asien war, der weiß wie es in den Garküchen nach Kräutern und Gewürzen duftet, nach Sesamöl, feinem Ingwer, Chili und Knoblauch. Und genau dieser Duft kommt dem Besucher spätestens dann entgegen, wenn er an der Stresemannstraße - unweit der zahlreichen chinesischen Geschäfte - vorbeikommt und die Türe zum Fu Chunyuan öffnet.

Das Restaurant, das früher an der Grupellostraße war, hat sich vergrößert. Es gibt - typisch für Chinesen - die großen runden Tische, aber auch viele Zweier- und Vierertische. Nein, überladen mit chinesischer Dekoration ist das Fu Chunyuan, was frei übersetzt "glücklicher Garten" bedeutet, nicht. Die typischen Lampions und die Landschaftsmalereien hängen an der Wand. Aber es wirkt nicht aufdringlich.

Besondere Blickfänge sind zum einen die roten Hussen über den Stühlen, die wunderbar zu den schwarzen Holztischen passen. Und auf denen stehen, zumindest auf den kleinen Tischen, Gaskocher. Sie sind für die Feuertöpfe - eine der Spezialitäten des Hauses. Ein zweigeteilter Topf, einmal mit normaler Brühe, einmal mit (sehr) scharfer Brühe, kommt auf den Tisch. Dazu jede Menge Zutaten - von Chinakohl bis zu Pilzen, Tofu und natürlich hauchdünn geschnittenes Fleisch, Rind oder Lamm. Das alles wird am Tisch in den Brühen gegart. Dazu gibt es noch diverse Sößchen und Beilagen. Das Ganze kostet inklusive Getränk (Softdrinks) 17,80 Euro. "Selbstverständlich kann beliebig oft nachgeordert werden", sagt Geschäftsführerin Fan Yang im perfekten Deutsch.

Und der Feuertopf ist sehr beliebt. Immer wieder huschen die freundlichen Bedienungen, von denen einige allerdings kaum Deutsch verstehen, durch das Lokal mit Nachschub.

Deutsch muss der Großteil des Services auch nicht können. Denn der überwiegende Teil der Gäste sind Chinesen. Die lieben nicht nur den Feuertopf, der allerdings an den meisten Tischen gegessen wird, sondern auch die Gerichte aus der Szechuan-Küche.

Dabei ist das Angebot etwas kleiner als bei normalen China-Restaurants. Bei den Vorspeisen entschieden wir uns für einen Gurkensalat mit Sesamöl und Sojasoße. Da sparte der Küchenchef ebenso wenig mit Knoblauch wie bei den Teigtaschen. Denn die Gerichte sind absolut authentisch. Das heißt auch: scharf, wenn es dabei steht. Mit drei Schoten sind beispielsweise die Chili-Krebse (13,90 Euro) gekennzeichnet. Und die haben es in sich, sind aber wunderbar. Serviert mit zahlreichen Chilischoten, die man besser nicht essen sollte, in mundgerechte Stücke geschnitten, leicht paniert, mit Szechuan-Pfefferkörnern ummantelt und angebraten, ist das Fleisch wunderbar zart und sehr aromatisch. Allerdings erweist sich das Essen mit Löffel und Gabel oder Stäbchen als schwierig: Da helfen nur die Finger.

Wer es scharf mag: Auch das Rindfleisch oder Hühnerfleisch mit Chili (11,90 Euro) ist mit drei Schoten auf der Karte gekennzeichnet. Die Szechuan-Küche ist bekannt für ihre Schärfe. Küchenchef Nao Xia kommt aus Szechuan und kocht wie in seiner Heimat.

Es gibt nicht nur die scharfen Gerichte: Süß-Sauer ist sehr beliebt in China. Nao bereitet es mit Schweinerippen (11,50 Euro) zu. Vegetarier haben eine relativ große Auswahl. Besonders empfehlenswert ist die gebratene Aubergine in Sojasoße. Aber es gibt auch für unseren Geschmack so exotische Dinge wie Tofu mit Sauerkrautsoße (9,50 Euro) oder schlicht Mapa-Tofu (9,50 Euro) - mit zwei Chilischoten gekennzeichnet.

Ob wir uns bei unserem nächsten Besuch an "Schweineblut mit Gemüse in Chilisoße" (13,90 Euro) heranwagen, wissen wir noch nicht. Aber die gedämpften Jakobsmuschlen mit Knoblauch (sechs für 14,50), die in einer Muschelschale serviert werden und mit Reisnudeln bedeckt sind, stehen auf jeden Fall auf dem Plan. Und die sind etwas für jeden Seafood-Liebhaber. Denn der feine Geschmack wird nicht von Chili überdeckt.

Quelle: RP
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