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Düsseldorf
So tanzt und spielt Kuba

Düsseldorf. Kuba und seine Hauptstadt Havanna? Das ist doch jene malerische Insel, die aus Rum, Zigarren, alten Autos und noch älteren Palazzos mit abblätternden Fassaden besteht. Arm, aber sexy, um die Beschreibung einer anderen Hauptstadt zu zitieren. Klischees? Schon, aber die Zuschauer sind auch nicht ins gut besuchte Capitol gekommen, um sich eine politisch-soziologische Abhandlung anzusehen. Sie möchten ihre Klischees bestätigt wissen, und all das liefert "Soy de Cuba" ("Ich komme aus Kuba") auch. Dabei ist die Story eher zweitrangig. Von Thomas Hag

Armes Bauermädchen will Tänzerin werden - natürlich arbeiten die Eltern auf einer Tabakplantage - macht in einem Klub Karriere von der Kellnerin zum Star, wird kurzzeitig durch eine fiese Rivalin aufgehalten, setzt sich aber mit Hilfe der Liebe durch. So weit, so vertraut.

Aber Soy de Cuba kann auf drei Ebenen punkten. Da ist zum einen der Bühnenhintergrund, auf dem riesige Aufnahmen von Fahrten durch Havanna zu sehen sind, ein wichtiges Plus in dieser Produktion, die Lust darauf macht, sich die Stadt einmal wirklich anzuschauen. Da sind zudem die exzellente Band und die beeindruckende Schar von vierzehn Tänzern, die das Publikum auf eine Reise durch die kubanische Musik mitnehmen, von der Folklore bis die in die Clubs, von barfuß bis Lackschuh. Und auch wenn manches etwas blauäugig gerät, so nimmt man das gerne hin.

So bleibt es den Musikern um Bandleader Rembert Egues überlassen, Lebensfreude zu transportieren, Originalmusik, bis auf den Klassiker "Chan Chan", spiegeln die Stile wieder, Salsa, Rumba oder Cha Cha Cha, auch Anleihen an amerikanischen Rhythm and Blues, das alles wird für das Ensemble zur Folie für mitreißende Tanzszenen. Besonders eine Straßenparty mit wilder Perkussion auf Ölfässern sorgt für Begeisterung. Profis wissen eben, wie man ein Publikum animiert.

Deshalb wird das Tempo am Ende noch angezogen. So kann Soy de Cuba die erzählerischen Schwächen wettmachen. Ganz langsam glauben wir den Klischees: Wer Latin Lovers und sexy Tänzerinnen gerne bei der Arbeit zusieht, wird an Soy de Cuba sein Vergnügen haben.

Termine Bis 6. Dezember 2015 im Capitol Theater, Erkrather Straße 40, ab 20 Uhr. Samstag zusätzlich auch ab 16 Uhr

Quelle: RP
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