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Kultur-Tipp
So viel Kunst auf wenig Fläche

Kultur-Tipp: So viel Kunst auf wenig Fläche
In der Galerie Eggeling bereiten die Mitarbeiterinnen Nina Giesen (l.) und Martina Löhle die Ausstellung vor. FOTO: A. Orthen
Düsseldorf. Galerien, Auktionshäuser und Institute laden unter dem Titel "KC - Kunst in der Carlstadt" für Freitag gemeinsam zu ihren Ausstellungen ein. Von Holger Lodahl

Die Carlstadt ist bezogen auf die Fläche der kleinste Stadtteil Düsseldorfs. Nicht einmal einen halben Quadratkilometer ist der Ortsteil groß. In Sachen Kunst aber kann die Carlstadt auftrumpfen, denn einzigartig für Düsseldorf ist die große Anzahl an Kunstgalerien und anderen Ausstellungsorten. Viele von ihnen haben längst erkannt, dass Zusammenarbeit besser ist als Konkurrenzdenken und werben an zwölf Kunstorten mit dem Slogan "KC - Kunst in der Carlstadt".

Die Galerie Beck & Eggeling präsentiert ab Freitag erstmals die Schau "Ein Baum ist ein Baum ist ein Baum". Bilder, Skulpturen, Fotografien und Videos von 57 Künstlern verbildlichen den Baum in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Paul Klee, Oskar Kokoschka, August Macke und Christian Rohlfs gehören zur Gruppe aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Georg Baselitz wird mit einer Zeichnung, Sigmar Polke mit einer Fotoarbeit vertreten sein. Von Heinz Mack sind wichtige Werke aus seiner ZERO-Zeit ausgestellt. Bewunderer von Karl Bohrmann können Blicke auf seine Ölkreidearbeiten werfen. Als Vertreter der zeitgenössischen Künstler werden Arbeiten von Alkis Boutlis, Elger Esser, Leiko Ikemura, Karin Kneffel, Desmond Lazaro, Robert Longo, Emma Stibbon, René Wirths und Thomas Wrede zu sehen sein. Zur Ausstellung der mehr als 100 Werke erscheint ein 188 Seiten umfassendes Katalogbuch mit Texten von Herwig Guratzsch und Kirsten Nordahl. Zur Einführung spricht Kunsthistoriker Herwig Guratzsch. Die Galerie Beck und Eggeling befindet sich an der Bilker Straße 5.

In der Galerie Rupert Pfab stellt Markus Vater ab Freitag seine erste Einzelausstellung vor. "I imagine how you imagine I imagine you" ist der Titel. Zu sehen sind Zeichnungen, Malereien, Skulpturen, Videos, Fotos und Texte, in denen sich der 45-Jährige mit den Fragen des Menschseins ebenso wie mit Absurditäten des Alltags und der Existenz Gottes beschäftigt. Markus Vater studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Dieter Krieg und Alfonso Hüppi, lebt inzwischen in London und ist Dozent am Royal College of Art. Der Künstler wird zur Vernissage bei Rupert Pfab, Poststraße 3, erwartet.

Auf kinetische Kunst hat sich zurzeit die Galerie Franz Swetic spezialisiert und zeigt Werke von Ludwig Wilding (1927 bis 2010). Er war deutscher Maler und Objektkünstler. Sein Ausgangspunkt war die Linie. Durch Überlagerungen von zweidimensionalen Linienstrukturen (dem Moiré-Effekt) lotete Wilding Irritationen der Wahrnehmung aus und erzeugte Scheinbewegungen. Bei Swetic an der Kasernenstraße 13 sind Spezialdrucke nach Handzeichnungen auf Pappe und Plexiglas unter dem Titel "Ludwig Wilding: Bewegung - Raum - Illusion" zusammengestellt.

Das Polnische Institut erinnert mit seiner Ausstellung an den Maler, Theaterregisseur und Bühnenbildner Tadeusz Kantor (1915 bis 1990) und sein Wirken in Deutschland. In Düsseldorf ist Kantor um 1960 bekannt geworden, als er Einzelausstellungen in der Kunsthalle und im Kunstverein präsentierte. Wichtiges Element der Schau im Polnischen Institut ist die teilweise Rekonstruktion der Fotografien vom Drehset des Films "Säcke, Schrank und Schirm" (um 1970) und die Filmvorführung des Werks "Die Familie aus Wiepole" (1980). Der Film zeigt Kantor bei seiner Theaterarbeit. Die Adresse des Polnischen Instituts lautet Citadellstraße 7.

Für Kunst in der Carlstadt öffnet auch das Auktionshaus Dorotheum und zeigt moderne und zeitgenössische Kunst. Expertin Petra Schäpers präsentiert unter anderem Gerhard Richters Bilder "Rot-Blau-Geld" (1973) und "Grün-Blau-Rot" (1993). Auch Gegenwartskunst aus Österreich wird im Dorotheum zu sehen sein. Ausgestellt ist etwa das Ölbild "Selbstporträt als Auto" von Maria Lassnig.

Quelle: RP
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