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Düsseldorf
Solisten musizieren mit ihren Eltern

Düsseldorf. Die Heinrich-Heine-Symphoniker überlassen Nachwuchsmusikern die Bühne. Die jungen Musiker sind die Kinder oder Enkel von Orchestermitgliedern. Von Regina Goldlücke

Sophia liebt Vivaldi. Zusammen mit ihrem Vater Daniel Schrader spielt und übt die Zehnjährige daheim auf ihrer Geige. Antonio Vivaldis Doppelkonzert für zwei Violinen hat sie schon einstudiert. Dass sie aber mit diesem anspruchsvollen Stück und ihrer Duo-Partnerin Matilde Liebau (10) bald vor ein großes Publikum treten wird, war bisher nur ein Traum. Am 23. und 24. April wird er wahr, wenn die Heinrich-Heine-Symphoniker zwei Konzerte mit jungen Düsseldorfer Solisten geben. Dabei treten fünf Instrumentalisten im Alter von zehn bis 16 Jahren auf. Sie alle haben etwas gemeinsam: Ihre Eltern oder Großeltern gehören den Symphonikern an, und zum ersten Mal werden sie von einem richtigen Orchester begleitet.

Matildes Mutter Ines Armanino unterrichtet Geige. Ihr Bruder Jan (12) wirkt als Solist auf der Violine in Johan Svendsens Romanze op. 29 ebenfalls mit. Er lernte zunächst Schlagzeug und Pauke, danach Geige und seit kurzem auch Klavier. Genauso intensiv betreibt Jan Liebau seine zweite Passion, den Sport - mit seiner Hockey-Mannschaft beim DSD Düsseldorf wurde er westdeutscher Meister. Auch Benedikt Hüls (16) hat neben der Musik noch Zeit für sportliche Hobbys. Er trainiert Badminton und pfeift als Schiedsrichter in seinem Fußballverein. In der sechsköpfigen Familie Hüls aus Hilden sind die Instrumente kaum zu zählen. Die Eltern spielen Horn und Posaune, die Kinder Klavier, Trompete, Euphonium und Kontrabass. Beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" belegte Benedikt 2013 den dritten Platz. Sein Solo mit den Heinrich-Heine-Symphonikern: das Concerto für Trompete und Streichorchester, op. 29, von Knugage Riisager.

Jan Neyburg (14) startete seine musikalische Laufbahn mit einem Strohhalm. Auf seiner Kinder-Gitarre setzte er ihn als Geigenbogen ein. Daraufhin bekam der Dreijährige das richtige Instrument und Unterricht. Beim Konzert tritt er mit der Romanze Nr. 2 von Beethoven auf. Mit diesem Werk errang er im Januar beim Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" den ersten Platz.

Dirigent Desar Sulejmani und seinen Heinrich Heine Symphonikern liegt die Förderung des Nachwuchses aus eigenen Reihen sehr am Herzen. "Wenn man ganz am Anfang seiner Karriere steht, können besondere Bühnenerlebnisse zu einem persönlichen Schub verhelfen", sagt er. Auf dem Programm der beiden Konzerte stehen noch Engelbert Humperdincks Vorspiel zur Kinderoper "Hänsel und Gretel" und Sergej Prokofieffs musikalisches Märchen "Peter und der Wolf" mit Michael-Che Koch als Erzähler. Am Samstag um 18 Uhr wird in der Kunstakademie musiziert (Eiskellerstraße), am Sonntag um 16 Uhr in der Stephanuskirche, Wiesdorfer Straße in Wersten. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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