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Gastro-Tipp
Spanien in Häppchenform

Gastro-Tipp: Spanien in Häppchenform
FOTO: Endermann Andreas
Düsseldorf. Das Lokal "La Luna" am Alten Hafen serviert Tapas in zahlreichen Varianten. Allerdings ist es nicht leicht zu finden. Von Ute Rasch

Meeresrauschen, Sonnenuntergang, im Glas ein eiskalter Rosado, auf dem Teller Tapas - so schmeckt Spanien im Häppchenformat. Na ja, fürs Meeresrauschen ist eine kräftige Portion Fantasie notwendig, dazu sind die Rheinwellen eindeutig zu schlapp, aber ansonsten werden im "La Luna - Tapas Españolas" alle Zutaten für einen entspannten Sommerabend serviert - andalusische Gitarrenklänge inklusive.

Es ist nicht leicht zu finden, dieses Restaurant am Rathausufer versteckt sich im Souterrain, unterhalb der Fußgängerbrücke zum Alten Hafen. Die idyllische Terrasse mit zehn Tischen bleibt selbst dann eine ruhige Nische, wenn Tausende Spaziergänger an lauen Abenden über die Rheinpromenade flanieren. Von den Massen oben sind unten allenfalls Schattenspiele an der alten Ziegelwand des Hafens zu sehen. Der Blick schweift übers Wasser und bleibt an einem üppig wuchernden Blauregen hängen. So vergeht die Wartezeit aufs Essen schnell, zumal der freundlich-flinke Service schon mal Brot mit Aioli serviert hat. Den Brotkorb sollte man keinesfalls verschmähen. Er ist aus gebackenem Parmesan, knusprig und köstlich.

Aber bloß nicht zu viel von der Backware naschen, denn schon kommen sie: die Tapas, dekorativ serviert auf Schieferplatten. Rita Martin-Cabrera, Inhaberin des "La Luna", hat die Rezepte in ganz Spanien gesammelt, nicht nur auf ihrer Heimatinsel Fuerteventura. Zwei Jahre arbeitete sie in der spanischen Restaurant-Szene Düsseldorfs, um sich intensiv auf den "großen Schritt" vorzubereiten. Im Dezember hat sie ihr eigenes Lokal eröffnet, das in einem schlicht-eleganten Raum hinter der Terrasse noch mal Platz für zehn Tische bietet. "Meine Gäste sollen sich ein bisschen wie in Ferien fühlen", sagt sie. Und dazu gehöre das Essen doch nun mal ganz wesentlich.

Klassiker der spanischen Häppchen-Kunst wie Albóndigas (kleine Fleischklößchen in Tomatensoße, 7,90 Euro), scharfe Garnelen "Pil-Pil" (12,50 Euro) und Schweinerücken mit Pflaumen gefüllt (8,50 Euro) stehen immer auf der Karte. Darüber hinaus gibt es wöchentlich wechselnde Tapas-Spezialitäten. Unbedingt zugreifen sollte man, wenn es Teigtaschen mit Pilzpesto gibt (4,50 Euro), Manchego-Sardellen mit Trüffelöl (3,50 Euro) und gefüllten Tintenfisch mit Ratatouille auf Avocadopüree (7 Euro).

Danach ist erst mal eine kleine Essens-Pause notwendig, die Portionen sind deutlich üppiger, als die Preise vermuten lassen. Währenddessen lassen sich an den Nebentischen die Schieferplatten studieren, die auch ziemlich verlockend aussehen und zum Nachordern verführen: Thunfisch Empanadas im Blätterteig (3,90 Euro) oder pikante Chorizotaschen mit Ziegenkäse (4,50 Euro).

Während der Gast mit den letzten Bissen kämpft, wird klar, warum der Kellner warnte, als Hauptgang anschließend noch eine Paella zu bestellen. Ihre Zubereitung dauert 45 Minuten, aber ihre Qualität erreicht leider nicht die der Tapas (zu wenig Würze, trockene Garnelen).

Das "La Luna" ist der Ort für Häppchen - und davon möglichst viele. Zum Schluss geht vielleicht noch ein Schoko-Törtchen mit perfekt flüssigem Kern oder eine dickflüssige Crema Catalana. Der Bananenlikör danach wird vom Haus spendiert, er stammt von Fuerteventura und schmeckt nach der Sonne des Südens.

Quelle: RP
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