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Veranstaltungs-Tipps
Stammessen im Ableger des "Lido"

Düsseldorf. Das Nobelrestaurant hat im Flossi-Haus im Medienhafen ein Bistro eröffnet, das nur tagsüber geöffnet hat. Auf der Karte stehen ein Tages- und ein halbes Dutzend Wochengerichte. Von Christian Herrendorf

Es mag ein Zeichen unserer Frühverkalkung sein, aber bisweilen vergisst man als Düsseldorfer doch tatsächlich, wie schön der Hafen ist. Zum Glück geht es vielen, die dort arbeiten oder Restaurants betreiben, nicht so, deshalb sind rund um das kleine Hafenbecken viele schöne Terrassen geöffnet und von gut angezogenen Menschen bevölkert. Zu den jüngsten Zugängen dieser Kategorie zählt das "Lido Bistro", das uns beim Testbesuch die Schönheit dieser Ecke wieder vor Augen geführt hat.

Das Bistro im Flossi-Haus gehört zum Gourmet-Restaurant "Lido", das wenige Meter weiter im Glas-Kubus auf dem Wasser schwimmt. Da dieses nur abends geöffnet ist und im Flossi-Haus schon der Wein- und Spirituosenhandel beheimatet war, haben die Inhaber die richtige Lösung für alle Herausforderungen gefunden und bieten dort nun von montags bis samstags Mittagstisch, Snacks und Kuchen an.

Bei der Lösung für die Bistro-Karte beleben die Inhaber gemeinsam mit diversen Hilfe spendenden Fernsehköchen eine schöne alte Idee: das Stammgericht. Wann immer Frank Rosin & Co. im TV ein schlecht laufendes Restaurant beraten, streichen sie gefühlt jedes Mal die Karte radikal zusammen und führen dann ein bis zwei Stammessen ein, also ein bis zwei täglich wechselnde Mittagesgerichte. So bodenständig beginnt auch die Karte des "Lido Bistro", auch wenn alsbald klar wird, dass der gute Name von Küchenchef Florian Ohlmann und dem "Lido" auch dort gehegt wird. Die Stammgerichte sind Fish & Chips, Fleischbällchen oder ein Hafenmeister-Eintopf, aber spätestens bei der Auswahl der Zutaten wird klar, warum der Mittagstisch mit 9,90 Euro zu Buche schlägt. Favorit der Testbesuche waren die Pariser Gnocchi, die aus Milchbrand-Teig geformt werden.

Neben dem Stammessen steht noch ein gutes halbes Dutzend Mittagsgerichte auf der Karte, die angesichts ihrer geringen Zahl ein gute Breite von Fleisch, Fisch und Fleischlosem abdecken. So gefiel uns beispielsweise die unter anderem mit Couscous und Humus gefüllte Aubergine ausgesprochen gut. Samstags erweitert das Bistro sein Programm, dann gibt es ab 11 Uhr einen Frühschoppen mit Meeresfrüchten, Schalentieren, Fischsuppe, Champagner und Wein.

Der Frühschoppen deutet wie manch anderes an, dass bei aller Bodenständigkeit ein Ausflug ins Bistro nicht unbedingt ein günstiges Vergnügen ist. Die Mittagsgerichte liegen in aller Regel im zweistelligen Bereich, der halbe Liter Wasser kostet 5,20 Euro und die sehr guten offenen Weine fangen bei 7,50 Euro an.

Endgültig gefährlich für den persönlichen Dispo wird es, wenn der sehr umsichtige und charmante Herr mit dem Wägelchen kommt, auf dem er die Törtchen präsentiert. Die Pâtisserie des "Lido" hat ein paar wirklich grandiose Gemeinheiten für die Hüftregion kreiert, vom vermeintlichen simplen Apfel-Mandel-Kuchen bis zur Mango-Maracuja-Tartelette (6,50 Euro).

Da auch dieser schöne Spätsommer irgendwann in meteorologische Bedingungen übergehen wird, die einen Besuch der Sonnenterrasse zur ungemütlichen Angelegenheit machen, hat das Bistro auch drinnen Plätze geschaffen. An den Weinregalen und der Bar stehen einige hübsche alte Tische, zudem gibt es einen Raum mit einer großen Tafel, an dem die Gäste eine weitere schöne Tradition der deutschen Küche wiederbeleben können: das gemeinsame Mittagessen.

Quelle: RP
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