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Düsseldorf
Stimmen im Widerstand im Tanzhaus

Düsseldorf. "Unter neuer Leitung." Ein solches Schild könnte über der Kabawil-Produktion stehen, die im FFT Juta Premiere hatte. Denn nach den Jahren, in denen Petra Kron die Regiearbeit für die alljährliche Produktion des Vereins übernommen hatte, der für die Integration von Jugendlichen steht, ist nun die Theatermacherin und ausgebildete Tänzerin Leonie Kubigseltig verantwortlich. Mit "Die Agonisten" stellt sie ihre erste Produktion vor.

Wer sind eigentlich diese Agonisten? Der medizinische Fachterminus bezeichnet ein Modell für die Austragung von Konflikten, und Konflikte gibt es genug. So haben sich die die Jugendlichen aufgemacht, Material für ihr Doku-Musical zu sammeln. Sie sind alle Flüchtlinge, aus Syrien, Afghanistan oder Neuwied, und tragen als Logo den Fuchs vor sich her, weil der sich im urbanen Raum heimisch gemacht hat. Das Kabawil-Team hat eine Show erarbeitet, die mit Enthusiasmus und Elan überzeugt. Sie singen und tanzen, rappen über Angela Merkel und haben Stimmen von der Straße eingefangen, vom Fifty-fifty-Verkäufer bis zum Republikaner.

Ambitioniert geht das zu, es geht darum, die eigene Stimme erschallen zu lassen und auf künstlerische Weise das Heft des Handelns in die eigene Hand zu nehmen, Das ist nicht nur Bühnen-, sondern auch Sozialarbeit. Und trotzdem gibt es Augenblicke, in denen "Die Agonisten" Bilder und Einblicke bieten, die eindringen und Sichtweisen auf Veränderungen bringen, die uns alle betreffen. Thomas Hag

Info Kabawil e.V: Die Agonisten, bis zum 12.12, um 19 Uhr, FFT Juta, Kasernenstr. 6, Tel. 87678718.

Quelle: RP
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