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Gastro-Tipp
Suppenküche in Oberbilk

Düsseldorf. Das kleine Szeneviertel hat Zuwachs bekommen: An der Kruppstraße kommen jetzt Suppen in niedlichen Töpfen auf den Tisch. Von Christian Herrendorf

Die äußeren Bedingungen für das "Supper" sind alles andere als günstig. Die Kruppstraße, an der das Lokal liegt, ist schon wahrlich keine Flaniermeile. Doch ausgerechnet das Haus, in das die Suppenküche gerade eingezogen ist, ist komplett eingerüstet und mit einer Plane versehen. Das Schild, das auf das "Supper" dahinter hinweist, hat der Wind halb abgerissen. Es ist also für Autofahrer, von denen es an dieser Stelle reichlich gibt, schwer zu erkennen, dass es sich dort lohnen könnte anzuhalten, selbst Fußgänger im Viertel bemerken den Zugang nur schwer. Dennoch hat das "Supper" in seinen Anfangstagen schon einen guten Zuspruch, bei unseren Testbesuchen waren immer viele der Tische in den beiden Geschossen belegt.

Die Idee, eine Suppenküche in Düsseldorf zu eröffnen, erscheint zunächst einmal riskant. Den Versuch gab es sowohl in zentraler Lage (Bilker Bahnhof) als auch an entlegener Stelle (Heerdt), das Präteritum im Satz verrät den Ausgang dieser Geschichte. Letztlich sind vor allem immer die Eintöpfe von Dauser auf dem Carlsplatz die Dauerbrenner der halbflüssigen Ernährung in Düsseldorf.

Das beste Argument des "Supper" ist sein gleichermaßen spannendes wie gemeines Angebot. Auf der großen Tafel hinter der Theke stehen weit mehr als 60 Suppen, darunter viele ungehörte Kreationen wie Spinat-Minz-Suppe mit Ei, Japanische Bohnensuppe mit Algen und der Duisburger Pilz-Hack-Topf. Ob die Neugier aber am Tag des Besuchs befriedigt wird, erfahren Gäste entweder auf der Facebook-Seite des Lokals oder auf der kleinen Tafel auf der Theke. An beiden Stellen stehen die jeweils sechs Suppen, die an diesem Tag erhältlich sind. Rein rechnerisch müsste aber jede Suppe etwa alle zwei Wochen erhältlich sein. Die genannten Küchen aus früheren Tagen hatten in der Regel eine weitgehend feste Speisekarte.

Das zweite Argument für eine Erfolgsgeschichte namens Supper in Düsseldorf kommt dann extrem schnell auf den Tisch. Die Suppen werden in kleinen Töpfen serviert, darunter liegt ein Papierset mit einem Butterbrot, einem kleinen Häufchen Salz und ein bisschen Petersilie. So charmant wie der Auftritt ist auch der Inhalt. Die Suppen schmecken intensiv, facettenreich und sind wahrlich gehaltvoll. Favoriten unserer Testbesuche waren die Kanadische Maissuppe mit knusprigem Speck, die leicht asiatische Erdnusssuppe mit Huhn und sogar die uns namentlich eher abschreckende Fitnesssuppe (mit Linsen, Curry, Ingwer und anderen gesunden Gewürzen und Zutaten).

Die Sorge, dadurch nicht satt zu werden, ist unberechtigt. Für Härtefälle gibt es noch ein zweites Angebot im Untergeschoss des Lokals. Dort werden sehr anständige Hot Dogs mit diversen Auf- und Beilagen ins Brötchen gepackt, für Freunde der fleischlosen Küche auch in Form veganer Würstchen.

Hinter dem Konzept des "Supper" steckt ein Koch, der mindestens einigen prominenten Menschen bekannt ist. Tom Waschat aus Duisburg hat schon das niederländische Königshaus sowie die Musiker von Metallica und den Fantastischen Vier versorgt. In seiner Heimatstadt gibt es bereits zwei "Supper"-Lokale, auch in Düsseldorf könnten und sollen weitere folgen, es existieren bereits Pläne für die Gladbacher Straße in Unterbilk.

Das erste Düsseldorfer "Supper" ist auf jeden Fall schon mal ein Gewinn, denn es erweitert das sehr angenehme Szeneviertel rund um Flügel- und Emma- nun bis zur Kruppstraße.

Quelle: RP
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