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Veranstaltungs-Tipps
Taiwanesisch für Anfänger

Düsseldorf. Düsseldorf ist in der Reihe der hier ansässigen internationalen Restaurants einen Vertreter reicher: An der Charlottenstraße hat "Ilha Formosa" eröffnet. Von Christian Herrendorf

Es ist eigentlich ein fieses Klischee zu behaupten, man träte durch die Tür eines Restaurants und befinde sich plötzlich in einer anderen Welt. Wer aber in das Haus mit den großen Papier-Erdbeeren über der Tür kommt, kriegt zumindest reichlich Ungewohntes fürs Gehirn zum Verarbeiten. Auf dem großen Fernseher ist zunächst ein Orchester zu erleben, das zum Teil völlig unbekannte Instrumente einsetzt, später folgt ein Video der taiwanesischen Celine Dion mit sehr vielen Regenbogen und noch mehr Delfinen.

Ansonsten ist der Innenarchitekt der "Ilha Formosa" (das ist der Name, den portugiesische Seefahrer Taiwan gaben und der übersetzt schlicht schöne Insel bedeutet) eher minimalistisch zu Werke gegangen. Es gibt noch ein paar Dekorationsstücke aus Fernost, ansonsten dominieren dunkle Töne und Weiß. An den quadratischen Tischen stehen Hocker mit gebogener Sitzfläche, die deutlich bequemer sind, als sie aussehen.

Mehr Farbe bringen die Wände in den Raum, denn dort hängen Schalen, in denen Bilder der Speisen samt Namen in vier Sprachen zu sehen sind. Das Restaurant macht es dem Erstbesucher (und Erstkontakter mit der taiwanesischen Küche) erkennbar leichter als so manches japanische Restaurant rund um die Immermannstraße, in denen die Bilder einander sehr ähnlich sehen und die Namen keine wirkliche Hilfe bedeuten. Noch leichter wird der Einstieg dank der Kellnerinnen, die gut deutsch sprechen, gerne Spezialitäten erläutern und empfehlen sowie auch zwischendurch immer mal wieder nach dem Rechten sehen.

Die Hilfe nahmen wir bei unserem Testbesuch sehr dankbar an und lernten fleißig dazu. Preislich schien die Karte in Vorspeisen und Hauptgerichte gegliedert zu sein, wer aber die mit Fleisch gefüllten und gebratenen Teigrollen für 4,50 Euro bestellt, erhält sie trotzdem zusammen mit seinem großen Gericht. Apropos groß: Suppen bilden einen Schwerpunkt der Karte und werden in zwei verschiedenen Größen angeboten. Da die Preise beide um zehn Euro liegen, wählten wir die größere Ausgabe und mussten feststellen, dass sich der Koch bei der kleineren Version etwas gedacht hatte, denn zusammen mit der Vorspeise wird es eng im Magen eines ausgewachsenen Gastes. Abgesehen von der Menge bereuten wir nichts, die Suppe bot frische, sehr breite Nudeln und viel saftiges Rind, das Schweinefleisch mit Reis war kräftig mariniert und die Gemüse spürbar frisch zubereitet. Was unseren guten Eindruck vertiefte: Neben zahlreichen Kennern der taiwanesischen Küche saßen im Restaurant auch die Mitarbeiter und genossen die Speisen des Hauses.

Während des Essens fiel unser Blick auf den hinteren Teil des Restaurants und das, was wir die Kühlschränke der Mutigen nennen. In dem einen sind die Spezialitäten ausgestellt, die im letzten Teil der Karte stehen: Mägen, Zungen und andere Innereien, die in Sojasoße eingelegt werden. Im anderen Kühlschrank stehen Getränke, die der Mitteleuropäer erst einmal mit Vorsicht betrachtet. Wintermelonensaft und Gerstentee klingen noch so, dass wir uns trauten, bei Pflaumen und Apfel folgt jeweils das Wort Essig im Namen und erforderte mehr Mut, als wir aufbringen konnten.

Saures scheint in der taiwanesischen Küche eine wichtige Rolle zu spielen, es werden oft Cornichons gereicht, neben Sojasoße steht auch immer Essig auf dem Tisch. Das war eine ungewöhnliche, aber gute Erfahrung. Deshalb unser Fazit: Wir werden voraussichtlich nicht mutiger, aber gerne wiederkommen.

Quelle: RP
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