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Veranstaltungstipps
Tanz bewundern und selber tanzen

Veranstaltungstipps: Tanz bewundern und selber tanzen
Der italienische Choreograph Alessandro Sciarroni will dem Schuhplattler neue Seiten abgewinnen. FOTO: Andrea macchia
Düsseldorf. Im Tanzhaus NRW können Besucher vor Semesterbeginn viele Kurse ausprobieren. Außerdem zeigen Künstler internationale Produktionen. Von Julia Brabeck

Mitmachen, ausprobieren, Neues entdecken - das ist gleich an zwei Tagen im Tanzhaus NRW möglich. Kurz bevor das Kurssemester am Montag, 24. August, startet, können Besucher dort gratis und unverbindlich teilnehmen.

Rund 50 Dozenten bieten 70 Tanz- und Bewegungsangeboten an. Los geht es am Samstag, 22. August, von 14 bis 17 Uhr für Teens und Kids zwischen zwei und 16 Jahren. Am Sonntag, 23. August, von 13 bis 18 Uhr richtet sich der "Tag der offenen Tür" dann an Erwachsene. Auf dem Programm stehen unter anderem Modern, House, Jazz und Street Dance, Capoeira und Power Yoga, Ballett, Salsa und Samba.

Ergänzend zum "Tag der offenen Tür" bittet das Tanzhaus am Sonntag von 16 bis 17 Uhr zum "Ballhaus". Bei diesem Angebot können tanzbegeisterte Amateure kurze machbare Choreographien einstudieren. Die Idee dieses kurzen Balls leitet die Spielzeiteröffnung auf der Bühne des Tanzhaus ein. Denn dort wird nicht nur Tanz unterrichtet, sondern auf zwei Bühnen und in mehr als 200 Gastspielen jährlich der zeitgenössische Tanz in seiner ganzen Bandbreite präsentiert.

Die Spielzeit 2015/16 wird sich dem Thema von Teilhabe und Gemeinschaft widmen. Eröffnet wird die Spielzeit mit einem elftägigen Festival. Gezeigt werden vom 27. August bis zum 6. September herausragende Arbeiten internationaler Choreographen. Einige Beispiele:

Das vor Ort gecastete Ensemble von "Gala" des französischen Choreographen Jérôme Bel besteht aus einem Mix von Profis und Amateuren. Es präsentiert am Donnerstag und Freitag, 27. und 28. August, einen unterhaltsamen Festakt. Alte und Junge, Amateure, professionelle Tänzer, Schauspieler, aus verschiedenen Kulturkreisen stammend oder mit Handycap stehen auf der Bühne. Eine Collage von berührenden Menschenporträts entsteht, während sich die Tänzer bei Pirouette, Moonwalk und anderen Tanzfiguren verausgaben.

Für viele Menschen ist der Tiroler Schuhplattler ein Volkstanz, der zu einer folkloristischen Parodie geworden ist. Alessandro Sciarroni, Grenzgänger der italienischen Kunstszene, packt den weltberühmten bayrisch-österreichischen Volkstanz neu an. Er arbeitet dessen archaischen Wiederholungsmuster und die rhythmischen Strukturen heraus. Gemeinsam mit fünf Tänzern zeigt der Choreograph am Samstag, 29. August, das Stück "FOLK-S, will you still love me tommorrow?" in einer Deutschlandpremiere.

Die Choreographin Lia Rodrigues zählt zu den prägnantesten Choreographenpersönlichkeiten Südamerikas und überzeugt durch Stücke, die sich durch eine kluge und virtuos inszenierte Reflexion sozialer Themenfelder auszeichnen. Die Brasilianerin inszeniert in "Pindorama" am Freitag und Samstag, 4. und 5. September, die nackten Körper von elf Tänzern wie eine Landschaft, die ständigen Veränderungen durch elementare Kräfte wie Wasser und Wind ausgesetzt ist.

Zusätzlich zu den Tanzaufführungen gibt es noch ein Rahmenprogramm. Mit "Talk: Zusammen mit ..." beginnt das Tanzhaus am Freitag, 28. August, um 18.30 Uhr ein neues Gesprächsformat das in loser Folge in der neuen Spielzeit fortgeführt wird. Geladene Gäste diskutieren dann über neue Formen der Kultur, die in Zukunft gebraucht werden. Quasi als Prolog sprechen Ursula Sinnreich, Generalsekretärin der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, und Bettina Masuch, Intendantin des Tanzhauses NRW, in der ersten Ausgabe über die Themensetzung der Spielzeit.

Quelle: RP
 
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