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Düsseldorf
Tanzmusik aus indischen Nächten

Düsseldorf. Mit dem Kopf ist Andy Vaz in Amerika - in Chicago, um genau zu sein, und zwar im Chicago der 80er Jahre. Damals wurde dort und in Detroit die House-Music geboren, warme Tanzmusik, die ihre Wurzeln im Soul hat. Der 40-Jährige gründete ein Label, auf dem neue Produktionen dieses Genres erscheinen, und er veröffentlicht auf Yore Records auch seine eigenen Platten. Gerade ist eine neue erschienen: Sie heißt "House Warming".

Die Eltern von Andy Vaz waren in der Reisebranche tätig, Der Vater ist Inder, die Mutter Schweizerin, und kennengelernt haben sie sich am Flughafen in Düsseldorf. Das Paar zog dann auch bald in diese Stadt, Vaz' Vater eröffnete dort ein Reisebüro.

In den 90er Jahren führte Andy Vaz das Label Background, wo etwa die großartige "Minimalism"-Maxi-Single des Techno-Giganten Terrence Dixon erschien. Mit Techno hat Vaz jedoch nichts mehr am Hut, das neue Label sei ausschließlich der House Music gewidmet.

In der Heimat seines Vaters, in Indien also, sind die Stücke zur aktuellen Platte entstanden, im Ferienhaus der Familie, das in Mangalore steht. "Ich habe sie am Laptop komponiert", erzählt Vaz. Er begann immer nach Sonnenuntergang: "Ab 18 Uhr ist es völlig dunkel dort und still. Da kann man gut arbeiten."

Daheim in Düsseldorf spielte er das Material vom Computer neu ein, und zwar mit analogen Geräten, mit Drumcomputern von Roland. Deren Sound klinge wärmer, sagt Vaz, rauer. Darum geht es ihm, dass das eben keine glatte Musik ist, der man anhört, wie stark sie bearbeitet wurde. "Dieses Verfahren war ein Experiment ", sagt Vaz. Man merkt, dass ihm das Ergebnis gefällt.

"House Warming" ist eine schöne Platte geworden. Es ist nichts wirklich Neues darauf zu hören, diese Musik ist sich ihrer Tradition bewusst. Man hört Anklänge und Referenzen an alte Helden wie Larry Heard, ein bisschen Acid-House, alles großartig arrangiert. Genau genommen ist das vielmehr Musik für zuhause als für den Club. Sehr menschenfreundliche Musik.

Info Andy Vaz: "House Warming", Yore Records, als LP und CD.

(hols)
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