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Veranstaltungs-Tipps
Theater zeigen Komik und Drama

Veranstaltungs-Tipps: Theater zeigen Komik und Drama
FOTO: Sebastian Hoppe
Düsseldorf. Im Central Schauspielhaus, im Theatermuseum, im Jungen Schauspielhaus und in der Komödie sind am Wochenende gute Inszenierungen zu sehen. Von Holger Lodahl

Die Kleinbürgerhochzeit Bertold Brechts "Die Kleinbürgerhochzeit" ist heute im Central/Kleine Bühne zu sehen: Eine Gesellschaft möchte den "großen Tag" feiern. Aber je weiter der Abend voranschreitet, desto mehr sinken gesellschaftliche Regeln. Bald fallen die Fassaden der bügerlichen Moral in den Abgrund. Mit liebevollem Spott beschreibt Brecht eine frischgebackene Kleinfamilie und ihre Gäste zwischen Spießertum und sexueller Anzüglichkeit. Eintrittskarten für die Vorstellung "Die Kleinbürgerhochzeit" gibt es ab 15 Euro.

Und ich trat ein totes Pferd Eine deutsche Erstaufführung dieses Stückes ist morgen und am Sonntag auf der Studiobühne im Theatermuseum zu sehen. Die Geschichte: Der erfolgreiche New Yorker Kunsthändler Hobart lässt unerwartet seine vielversprechende Karriere und Familie im Stich, getrieben von der todgeweihten Suche nach Authentizität. Mit dem Kauf eines Pferdes erfüllt er sich seinen Lebenstraum, und reitet es in der Mojave Wüste aus. In der Nacht verschluckt sich das Pferd an einem zu großen Stück Hafer und fällt tot um. Ungeachtet aller Widerstände versucht er nun, das Pferd zu begraben. Gefangen im Teufelskreis aus der Sinnlosigkeit seiner Existenz, Misstrauen und Schuld beginnt Hobart einen brutalen Monolog eines Gestrandeten. Der deutsche Text stammt vom Düsseldorfer Schauspieler Karsten Kuhlmann, der auch die einzige Rolle spielt.

Karsten Kuhlmann spielt auf der Bühne im Theatermuseum. FOTO: M. Prosch

Ziemlich beste Freunde Das Stück, das zurzeit in der Komödie Steinstraße zu sehen ist, kann ohne den Filmerfolg kaum genannt werden. Denn im Kino war die Geschichte ein enormer Kassenschlager. Auch auf der Bühne der Komödie Steinstraße bringt "Ziemlich beste Freunde" die Zuschauer zum Lachen: Philippe ist vermögend und wohnt in einem schicken Pariser Viertel. Er ist seit einem Unfall querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Als Philippe eine neue Pflegekraft sucht, erscheint Driss. Der lebt in der Vorstadt und hat gerade eine Gefängnisstrafe hinter sich. Die Hauptrollen spielen Sigmar Solbach und Peter Marton.

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute Am Sonntag zeigt das Junge Schauspielhaus diese irrwitzigen Fabel: Im Zoo gibt es einen neuen Bewohner - einen Bären. Er ist in das ehemalige Gehege des Nashorns eingezogen, das eines Tages einfach tot dalag. Woran ist das Nashorn gestorben? Der Bär beobachtet merkwürdige Dinge im Zoo. Wieso sind die Zebras auf der anderen Seite des summenden Zauns so dünn und gehen auf zwei Beinen? Warum ist der Pavian so abweisend? Aber der Pavian sagt nur: "Schau nicht hin." Die im Stück behandelten Kernfragen sind noch immer hochaktuell: Hinsehen oder wegsehen? Die Fabel "Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute" spielt vor einem wahren Hintergrund: 1938 entstand nahe des Konzentrationslagers Buchenwald ein Zoo, der den Wärtern, ihren Familien und Anwohnern zur Zerstreuung dienen sollte.

Quelle: RP
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