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Museum Kunstpalast
Tinguelys Riesenmaschine kommt nach Düsseldorf

Düsseldorf. Das Museum Kunstpalast in Düsseldorf begeistert immer wieder mit außergewöhnlichen Ausstellungen. Jetzt sind die Wundermaschinen von Tinguely an der Reihe. Doch die finanzielle Zukunft des Museums ungewiss.

Die verrückte Maschinenwelt des Schweizer Künstlers Jean Tinguely (1925-1991) ist ab April im Düsseldorfer Museum Kunstpalast zu erleben. In einer großen Retrospektive (23.4.
bis 14.8.) wird der Weg des Künstlers und einstigen Lebensgefährten von Niki de Saint Phalle von frühen Drahtplastiken bis zu spektakulären Großinstallationen verfolgt. Die Ausstellung wandert anschließend weiter nach Amsterdam ins Stedelijk Museum.

Höhepunkt ist die begehbare, 16 Meter lange und 8 Meter hohe "Méta-Maxi-Maxi-Utopia"-Maschine von 1987. Sie wird in ihre Einzelteile zerlegt und in mehreren Lastwagen als Leihgabe von Basel nach Düsseldorf transportiert. "Tinguely ist immer ein Riesenspektakel", sagte Kuratorin Barbara Til am Donnerstag. "Alles bewegt sich, es ist laut und interaktiv."

Mit rund 155 000 Besuchern in den Ausstellungen und Sammlungen des Kunstpalastes sei 2015 "ein sehr gutes Jahr" gewesen, sagte Direktor Beat Wismer. Ungewiss ist aber die finanzielle Zukunft des Museums nach dem Umzug des Hauptsponsors Eon nach Essen.

Bis Ende 2017 hat Eon dem Kunstpalast einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 750 000 Euro zugesichert. Eon finanziert zusammen mit der Stadt Düsseldorf seit 1998 den Kunstpalast, hatte aber sein finanzielles Engagement bereits zurückgefahren. Man spreche nun mit Eon darüber, wie es weitergehe, sagte der kaufmännische Geschäftsführer Harry Schmitz. Der ehemalige Eon-Manager hat seit 2013 einen rigiden Sparkurs im Kunstpalast umgesetzt und das Defizit von einst 2,5 Millionen Euro auf zuletzt 300 000 Euro reduziert.

Um den Kunstpalast weiter zu finanzieren, hatte Eon 2014 ein abstraktes Gemälde von Jackson Pollock aus Unternehmensbesitz versteigern lassen, das bis dahin als bedeutende Dauerleihgabe im Kunstpalast hing.

(lnw)
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