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Düsseldorf
Über das Leben einer Prinzipalin

Düsseldorf. Im Zakk wurde an die Düsseldorfer Theatermacherin Louise Dumont erinnert. Sie gründete Anfang des 20. Jahrhunderts das Düsseldorfer Theater. Von Thomas Hag

Dass Louise Dumont, die Prinzipalin des Düsseldorfer Theaters, sich auch um das leibliche Wohl ihrer Schauspieler kümmerte, ist durch ihr Kochbuch "Für Zwei in einem Topf" hinlänglich bekannt. Das war aber längst nicht alles: So gründete sie 1899 in Berlin die "Centralstelle für die weiblichen Bühnen-Angehörigen Deutschlands", bei der Schauspielerinnen für wenig Geld gebrauchte Kostüme erwerben konnten. Bis dahin hatten sie sich oft verschuldet oder sogar prostituiert, um sich die anspruchsvolle Kleidung anschaffen zu können, die von den Theatern damals verlangt wurde. So etwas wie einen Fundus gab es noch nicht.

Das sind nur einige der Fakten, die der Heine-Salon, vertreten durch Mareike Götzinger, Winrich Meiszies und Wulf Metzmacher jetzt im Zakk präsentierte. Künstler und Musiker Peter Rübsam, der in den 70ern auch als Dudelsackspieler reüssierte, untermalte die Matinee zu Ehren der Theatermacherin mit Akkordeon und Tischklavier. Viel Neues und Unbekanntes kam da zum Vorschein. Dass Dumont als Louise Heynen 1862 als eines von elf oder zwölf (so genau weiß man es nicht) Kindern in Köln zur Welt kam, wird erst dann erstaunlich, wenn man weiß, dass die gelernte Weißnäherin später zum Theaterstar und zur Theatergründerin aufstieg. Ihre Briefe, deren Ton vom salbungsvollen Pathos bis zur beißenden Kritik je nach Adressat wechselte, zeugen davon. Dass es ihr 1905 überhaupt gelang, gemeinsam mit Gustav Lindemann in Düsseldorf ein Theater zu gründen, zeugt von Durchsetzungsvermögen. Dabei gab es viele Hürden zu überwinden. So entwarf der Architekt Henry van de Velde Pläne für einen Theaterbau, die jedoch am Widerstand des damaligen Baudezernenten Johannes Radke (der selbst für den imposanten Stahlhof oder das Luisen-Gymnasium verantwortlich zeichnete) scheiterten. Vieles gilt es also über die 1932 verstorbene Frau zu erfahren.

Heute erinnern der von Ernst Barlach gestaltete Grabstein auf dem Nordfriedhof, eine Straße und der von Gustav Lindemann gestiftete Goldtopas, den zuletzt Nicole Heesters erhielt, an die Darstellerin, die Düsseldorf in die Theaterwelt des 20. Jahrhunderts führte. Und es gibt natürlich das Dumont-Lindemann-Archiv im Theatermuseum, gegen dessen geplante Zusammenlegung mit dem Filmmuseum ein mahnendes Schlusswort erhoben wurde.

Quelle: RP
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