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Düsseldorf
Über Schaumbläschen und Vielfalt

Düsseldorf. Im Tanzhaus wurden die künftigen Herausforderungen für die Kunst diskutiert. Von Thomas Hag

Worte statt Tanz? Das geht auch. Zum Auftakt der neuen Reihe "Dienstagsgespräche" luden Bettina Masuch, Leiterin des Tanzhauses, und Ursula Sinnreich von der Kunststiftung NRW zwei Gäste ein, um über aktuelle Fragen zu sprechen, die alle mit Kunst Beschäftigten derzeit umtreiben. Wie reagiert die Kunst auf die Herausforderungen, die in den letzten Jahren entstanden sind? Welche Antworten bieten diejenigen, die als Kunstmacher tätig sind und die über Kunst nachdenken und schreiben? Eingeladen waren die Kunsthistorikerin und Kuratorin Dorothea von Hantelmann sowie der Soziologie und Publizist Gerhard Schulze.

Der stellte gleich ein Zitat von Jules Huot de Goncourt über Malerei zur Debatte: "Niemand auf der Welt bekommt so viel dummes Zeug zu hören wie die Bilder in einem Museum." Damit ist ein Aspekt des Problems beschrieben. Denn den Machern von Kunst ist der Kern abhandengekommen, es sei denn, man einigt sich auf einen traditionellen Nenner.

Wenn nicht, muss man neue Lösungen suchen. Sebastian Matthias, Factory Artist am Tanzhaus, etwa hebt die Trennung zwischen Bühne und Publikum auf. Schulze findet, dass die Literaturrezensionen im Internet relevanter sind als vieles andere. Von Hantelmann indes sagt zur viel beschworenen Internetkunst: "Ein Warhol oder Matisse ist dort noch nicht gefunden worden."

Wie aber mit der neuen Vielfalt umgehen? Schulze sprach mit dem Philosophen Sloterdijk von den "Schaumbläschen", die in der Erlebnisgesellschaft geschaffen werden, in denen Kunstmetropolen wie New York oder London plötzlich neben Zentren wie Mumbai stehen. Schwer also, aus diesem Geflecht herauszufinden, leichter und auch sinnvoller, den Gästen zu lauschen. Von Hantelmann wusste Erhellendes zur Inszenierung und Sinnstiftung im Museum zu erzählen. Spannende Geschichten also. So soll es weitergehen. In den nächsten Dienstagsgesprächen werden auch Tanzschaffende zu Worte kommen, um über neue Formen und Freiräume reden.

Quelle: RP
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