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Düsseldorf
Ulla Hahn eröffnet Literaturbüro NRW

Düsseldorf. Bei der Einweihungsfeier des Literaturbüros NRW lautete der letzte Programmpunkt "Junges Literaturbüro". Auf das Podium trat hierfür eine Siebzigjährige. Ulla Hahn, die bekannte Lyrikerin und Romanautorin, machte indes schnell deutlich, was sie mit dem literarischen Nachwuchs verbindet: Im rheinischen Monheim, der Stadt, in der sie aufgewachsen ist, wurde das Haus ihrer Familie jüngst zu einem "Zentrum für die Förderung von Sprachkompetenz bei Kindern und Jugendlichen". Von Claus Clemens

Zusammen mit dem Monheimer Bürgermeister Daniel Zimmermann konnte die Autorin berichten, dass die Stadt für dieses Förderprogramm eigens drei neue Stellen ausgeschrieben hat.

Seit 1980 gibt es den Verein "Literaturbüro NRW e.V.", der mit Mitteln des Landes, der Stadt und den Vereinsbeiträgen der Mitglieder ein professionelles Team in dessen Arbeit unterstützt. Zehn Jahre lang residierte die kleine Mannschaft mit ihrem Leiter Michael Serrer im Rahmenmuseum der Firma Conzen an der Bilker Straße. Neuerdings ist man willkommener Mieter im Gerhart-Hauptmann-Haus. Dort, wo die Betroffenen der größten Flucht- und Vertreibungskatastrophe des vergangenen Jahrhunderts eine geistige Zuflucht fanden. Und wo man auch jetzt mit Offenheit und praktizierter Gastfreundschaft auf die Migrationsströme reagiert.

Alle Redner des Einweihungsfests betonten, wie passend die eigentlich nicht ganz freiwillige "Neuverortung" des Literaturbüros in Bahnhofsnähe mit dessen sozialen Brennpunkten sei. Das umfangreiche Programm des Büros greift diese Themen auf. Als neue Aktion wurden die "Schrift.Stellen" vorgestellt, eine Serie von Hinweisen auf vergangenes oder aktuelles literarisches Leben in Düsseldorf: Mit Hilfe einer App, die das Literaturbüro anbietet, werden Interessierte zu geschichtsträchtigen Häusern geleitet und können in ihrem Smartphone Textproben hören, gesprochen vom Ensemble des Schauspielhauses.

Mit der Lesung aus ihrem autobiografischen Roman "Das verborgene Wort" machte Ulla Hahn deutlich, wie sehr kulturelle Offenheit von Bildung abhängig ist. Es ging um das Mädchen Hilla Palm, das sich eine "Negerpuppe" wünschte und diese dann dem Jesuskind zum Weißmachen in die Krippe legte.

Quelle: RP
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