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Düsseldorf
Und wieder eine Reise in die Welt der Rosamunde Pilcher

Düsseldorf. Kate Morton, Australiens erfolgreichste Schriftstellerin, kommt nach Düsseldorf - mit einem Cornwall-Roman, der bis zum Ersten Weltkrieg zurückgeht. Von Sabine Schmidt

Ihre ersten Schritte als Autorin waren mühsam. Eine Literaturagentin konnte Kate Morton gewinnen, aber keinen Verlag. "Schließlich schrieb ich nur noch für mich, erfand Welten, die mich fesselten, die ich aber nicht für marktfähig hielt", erzählt sie. Gerade diese Welten kamen aber an, zum ersten Mal im Jahr 2007: Mit dem Roman "Der geheime Garten" begeisterte Kate Morton weltweit ein großes Publikum.

Das Erfolgsrezept der heute 39-Jährigen ist die Genremischung, die sie damals erfand. Ihre Romane enthalten Anteile von historischen und Liebesromanen ebenso wie Krimimomente. Inzwischen hat sie zehn Millionen Bücher verkauft und ist aktuell die erfolgreichste Autorin Australiens. Jetzt kommt sie zu einer Lesung nach Düsseldorf.

Ihr fünfter Roman - "Das Seehaus" - ist in Cornwall verortet. "Ich liebe diese Region mit den windgepeitschten Küsten und wunderschönen Wildblumen, den üppigen Gärten und weiß gekalkten Häusern" - Kate Morton strahlt, wenn sie vom Südwesten Großbritanniens spricht, und schon nach wenigen Sätzen ist das Eis gebrochen. Die zurückhaltende, auf den ersten Blick fast schüchterne Bestsellerautorin ist sehr offen und macht es ihrem Gegenüber leicht, mit ihr ins Gespräch zu kommen.

"Ich sammle über Monate Ideen und Notizen, recherchiere, spüre, atme die Atmosphäre meiner Geschichten, bevor ich zu schreiben beginne", erzählt sie. Dass sie gern in vergangene Zeiten eintaucht und in ihren Romanen Gegenwart und Vergangenheit verwebt, hat viel damit zu tun, dass ihre Mutter als Antiquitätenhändlerin gearbeitet hat. "Schon als Kind war ich fasziniert von alten Gegenständen, versuchte zu ergründen, was sich in ihnen verbirgt."

Im Mittelpunkt des neuen Romans steht ein Haus an einem See, auf das die Londoner Polizistin Sadie im Jahr 2003 in Cornwall stößt: ein Haus, das seit 70 Jahren verlasssen ist. Sadie erfährt, dass in der Mitsommernacht 1933 der kleine Theo verschwand, der einjährige Sohn der wohlhabenden Edevanes, die hier zurückgezogen mit ihrem Personal lebten, in dieser Nacht aber eine große Party gaben. Die Polizei fand nicht eine Spur, nicht einen Hinweis darauf, ob es ein Unglück war oder eine Entführung, und die Familie verließ das Haus am See, um nie mehr zurückzukehren.

Jetzt nimmt Sadie Kontakt zu einer Schwester Theos auf, um das Rätsel doch noch zu lösen, zu der Schwester, die längst eine berühmte Krimiautorin geworden ist - und noch im Alter ihr eigenes Geheimnis mit sich trägt. Von ihr erzählt Kate Morton in ihrem Roman und von Theos Eltern, von ihrer Liebe und davon, wie der Erste Weltkrieg ihr Leben veränderte.

Für "Das Seehaus" hat die Autorin mehr Zeit als sonst gebraucht: drei Jahre, weil ihr dritter Sohn zur Welt kam. Von ihrer Familie spricht sie mit viel Wärme, und die Geburt ihres Sohns spiegelt sich im neuen, wieder sehr spannenden und atmosphärischen Buch: Kinder und Kindheit sind in ihm ein großes Thema, das sich berührend durch die Vergangenheits- wie die Gegenwartskapitel zieht.

Kate Morton liebt ihre Familie und das Schreiben - und sie liebt Großbritannien. "Ich habe als Kind immer wieder 'Der Zauberwald' von Enid Blyton verschlungen", erzählt sie, und England wurde für die Australierin zu einem magischen Ort wie Narnia. Cornwall mit den Schmugglertunneln und ihren Geheimnissen spielt eine große Rolle, ebenso London, die Metropole, in der sie heute mit ihrer Familie lebt. Von dort kommt sie nach Düsseldorf, um mit der Schauspielerin Esther Schweins "Das Seehaus" vorzustellen.

Termin der Lesung: 15. März, 20.15 Uhr: Mayersche Droste, Königsallee 18

Quelle: RP
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