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Düsseldorf
Unverwüstlicher Trompeter

Düsseldorf. Ludwig Güttler mit seinem Blechbläser-Ensemble in der Johanneskirche. Von Heide Oehmen

Seit 1978 gibt es das "Blechbläserensemble Ludwig Güttler", und noch immer ist es ein Publikumsmagnet. In der Johanneskirche waren viele Plätze besetzt - das will was heißen.

Ludwig Güttler, der unverwüstliche Namensgeber des Ensembles und laut Programmheft "einer der erfolgreichsten Musiker der Gegenwart", hatte zehn teils noch junge Blechbläser mitgebracht, die sich auf vier Trompeten, Waldhorn, Alt-, Tenor- und zwei Bassposaunen sowie Tuba verteilten. Güttler selbst spielte bei jedem der Programmpunkte mit, manchmal solistisch oder sich unauffällig ins Ensemble einfügend. Mit dezenten Handbewegungen setzte er Akzente, die vermutlich angesichts der Güte seiner Mitstreiter kaum nötig gewesen wären. Ansonsten erlebte das Publikum einen sich freundlich und bescheiden gebenden Primus inter Pares, der zur Pause und am Schluss jedem seiner Mitstreiter zum Dank die Hand reichte. Das war ein weit besserer Eindruck als vor Jahren, als Güttler im Laufe eines Abends nur einige Solopartien bestritt und ansonsten sein Ensemble spielen ließ.

Mit einer Ausnahme erklangen in der akustisch günstigen Johanneskirche Werke aus Renaissance und Barock. Die gelangen ohne Ausnahme makellos und intonationsrein, auch in extremen Lagen. Delikat und fein abgestimmt musizierten die Gäste mit satter, aber nie fetter Tongebung und in den Schlusswendungen mit sorgfältigen Decrescendi veredelt. Höhepunkte: Tänze für Blechbläser mit Bläser-Fernchor von Tielman Susato, eine Sonate für zwei Hoch-B-Trompeten, Solowaldhorn, Soloposaune und Blechbläser von Tomaso Albinoni, eine Canzone für zwei fünfstimmige Bläserchöre von Giovanni Gabrieli und die Güttler-Bearbeitung der Bach-Motette "Lobet den Herrn, alle Heiden", die vor allem die Posaunen forderte. Die Sonate b-Moll des russischen Komponisten Viktor Ewald (1860-1935) zeigte, dass das Ensemble auch mit spätromantischen Klängen kompetent umzugehen versteht. - Die Zuhörer waren begeistert und ließen sich erst nach der dritten Zugabe "auf einen guten Heimweg" schicken.

Quelle: RP
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