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Youtube-Star
Lisitsa begeistert in Tonhalle

Valentina Lisitsa: Youtube-Star begeistert in Tonhalle
Valentina Lisitsa: die Pianistin, die aus dem Internet kam. FOTO: dpa
Düsseldorf. Musiker, die es im Konzertsaal und auf dem Plattenmarkt zu etwas gebracht haben, landen irgendwann auch einmal bei Youtube. Dass es auch umgekehrt geht, beweist die Pianistin Valentina Lisitsa. Von Gert Holtmeyer

Die 1973 in der Ukraine geborene Pianistin zog 1991 in die USA. Sie sah dort bessere Karriere-Chancen. Der Erfolg wollte sich nicht einstellen, also versuchte Lisitsa, über das Internet bekannt zu werden. Als erstes lud sie eine Rachmaninow-Etüde hoch und schaffte den Weg in die Konzertsäle und CD-Studios.

Spielfreude elekrtisiert das Publikum

Mit Rachmaninow kam die inzwischen arrivierte Virtuosin jetzt in die Tonhalle; mit seinem zweiten Klavierkonzert c-moll glänzte sie zusammen mit dem Novosibirsk Symphony Orchestra unter Thomas Sanderling im Heinersdorff-Konzert. Schnell wurde klar, dass ihre vielen Youtube-Filme mehr Mittel zum Zweck als Selbstzweck sind. Diese Künstlerin zieht es auf die Bühne, da fühlt sie sich sichtlich wohl.

Souverän beherrschte sie ihren Part und spielte mit einer Spielfreude, die das Publikum elektrisierte. Brillant gelangen ihr die virtuosen Partien, sie bewies aber auch viel zarte Musikalität bei den lyrischen. Zwar nahm zu Beginn das Orchester die Lautstärkenbezeichnung Forte zu wörtlich, das durchaus kraftvolle Spiel der Pianistin wurde gelegentlich noch etwas zugedeckt. Aber das besserte sich bald, Sanderling hatte das Problem erkannt und hielt seine Musiker entsprechend zurück. Das Publikum – die Tonhalle war fast ausverkauft – freute sich über zwei Zugaben, das Schumann-Lied "Frühlingsnacht" und Liszts Variationen über Paganinis "La campanella".

Spritzig und transparent

Begeistert wurde auch das Orchester aus Novosibirsk aufgenommen. Einige seiner Qualitäten wurden schon bei Glinkas einleitender Ouvertüre zur Oper "Ruslan und Ludmilla" erkennbar. Auch wenn das Orchester mit einer sehr großen Besetzung spielte, klang das Werk spritzig und transparent.

Tschaikowskis sechste Sinfonie ist von Depression durchzogen, auch wenn die Mittelsätze Lebensfreude erkennen lassen. Das Orchester spielte die Ecksätze mit der Leidenschaft, die in dem Werk enthalten ist. Heiter, "con grazia" erklang im Gegensatz dazu das Allegro im 5/4-Takt, fröhlich der dritte Satz. Um so schwermütiger klang das Finale aus.

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