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Gastro-Tipp
Viel Abwechslung ohne Fleisch

Düsseldorf. Das Greenies in Derendorf wird seit Frühsommer von Shari Chopra geführt. Ihr Erfolgsrezept: gute vegetarische und vegane Gerichte. Von Holger Lodahl

Was vor wenigen Jahren in der Gastronomie Düsseldorfs als unmöglich galt, hat sich heute etabliert: Restaurants, in denen es ausschließlich fleischfreie Speisen gibt. Während die ersten Neueröffnungen noch belächelt wurden, gehört ein Angebot an vegetarischem und veganem Essen zur Stadt und gilt vielfach als ganz normal. So ist es auch beim Greenies. Das kleine Restaurant an der Collenbachstraße eröffnete im vergangenen Jahr ohne großes Tamtam. Der Kundschaft gefiel das rein vegane Angebot, der Laden lief gut. Die Betreiber aber suchten Anfang dieses Jahres einen Nachfolger. Der kleine Laden machte mehr Arbeit als angenommen. Recht kurzfristig übernahm Shari Chopra die Küche und bietet traditionelle, schmackhafte Gerichte an - und das alles zu vernünftigen Preisen.

Denn vegetarisch Kochen ist eigentlich leicht und preisgünstig, das Greenies ist der Beweis. Die Spaghetti mit Avocado-Pesto und karamellisierten Tomaten etwa sind kein Hexenwerk, aber köstlich und sättigend (8,50 Euro). Auch die Pfanne mit gebratenem Fenchel und Feta-Käse (9,50 Euro) wird oft bestellt ebenso wie das Kartoffelpüree mit Kohlrabi und Veggie-Schnitzel (neun Euro) und der Greenies-Burger (7,50 Euro). Für Freunde von Suppen kocht Chopra einen Spinat-Kichererbsen-Eintopf mit Kürbis (7,50 Euro) und eine Kürbis-Ingwer-Suppe (4,50 Euro), während für Pasta-Genießer die Ravioli mit Steinpilzen in Salbei-Butter und ein Tomatensalat (8,50 Euro) angeboten werden. Das sind Gerichte, die weder in ihren Grundlagen neu sind noch anstrengend originelle Namen haben. Im Greenies aber kommen sie schnell und optisch gut angemacht auf die Tische - und ohne die Verwendung von Fleisch.

Auf ein komplett veganes Angebot (also auch ohne Milchprodukte oder Honig) hat die Inhaberin aber verzichtet, was ihr in den ersten Betriebswochen etwas Ärger eingebracht hat. Stammgäste des Vorgängers waren auf ein veganes Angebot eingestellt - und standen entrüstet auf, als sie die Veränderungen auf der Speisekarte bemerkten. "Bei anderen Gästen musste ich mich erst einmal beweisen", sagt Shari Chopra. Diese Hürde hat sie gemeistert - das kleine Lokal ist vor allem mittags oft fast voll besetzt. Sieben Tische gibt es mit etwas mehr als 22 Plätzen. "Da rutschen die Gäste schon mal etwas näher zusammen." Kein Wunder also, dass Chopra die Greenies-Öffnungszeiten inzwischen etwas ausdehnt und das Angebot erweitert hat. Gut angenommen etwa werden die Frühstückszeiten: Rührei gibt es ab 5,50 Euro, Obstsalat mit Sojajoghurt kostet 3,50 Euro, Paninis schlagen mit 4,50 Euro auf der Rechnung auf. Dazu passen verschiedenen Smoothies für 4,50 Euro sowie selbstverständlich Kaffee-Varianten, bei denen der Gast seine Lieblingsmilch wählen kann: Normale Vollmilch oder lieber eine Sorte aus Soja oder Mandeln? Wenn das Frühstücks- und Mittagsgeschäft vorüber ist, wird der Backofen aufgeheizt. Alle Kuchen backe sie selbst, versichert Chopra - und alle Kuchen seien vegan.

Privat kommt bei Shari Chopra noch manchmal Fleisch und Fisch auf den Teller. Bis vor zwei Jahren noch hat sie ein Burger-Lokal geführt - und zwar in Ägypten. Aber als sie nach Düsseldorf zurückkam, wuchsen ihre Zweifel am billigen Fleisch und dessen schnellen Konsum. So fiel es ihr leicht, innerhalb kurzer Zeit das Greenies zu übernehmen und kulinarisch kreativ zu werden - und hat es trotz viel Arbeit nicht bereut. "Das Greenies funktioniert immer besser", sagt sie.

Quelle: RP
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