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Düsseldorf
Vier-Augen-Gespräche mit Musik

Düsseldorf. Geburtstagskonzert für Robert Schumann in der Tonhalle - mit Prokofieff. Von Linus Luka Bahun

Auch 160 Jahre nach seinem Tod gratuliert man Robert Schumann in Düsseldorf immer noch herzlich zum Geburtstag. Tatsächlich ein "Geburtstagskonzert" gaben die Musiker um den Pianisten Severin von Eckardstein jetzt in der Tonhalle. Geburtstage feiert man mit Freunden, und im Zeichen der Freundschaft stand auch dieses Konzert mit Stücken von Brahms, Prokofieff, Rachmaninoff und Robert Schumann. Keines unter ihnen, das nicht unter dem Eindruck einer engen Verbindung zweier Menschen entstand und diese Tatsache bei so wunderbaren Interpreten auch hören ließe.

So hatte sich Johannes Brahms 1890 dazu entschlossen, nicht mehr zu komponieren, und dies sogar seinem Verleger angekündigt. Ein Jahr darauf schrieb er aber doch ein Trio in a-Moll — für einen Freund, den Klarinettisten Richard Mühlfeld, dessen Spiel Brahms über die Maßen begeisterte. Mit einer Version für Viola, Cello und Klavier begeisterten Nimrod Guez, Danjulo Ishizaka und Severin von Eckardstein nun das Publikum — ihnen gelang eine wunderbare Balance zwischen fragender Melancholie und brahmsischer Alterssanftmut.

Im Kontrast dazu die virtuose Expressivität, die die Geigerinnen Liza Ferschtman und Franziska Hölscher bei Prokofieffs Sonate für zwei Violinen zeigten. Welche Lektion von Freundschaft lehren sie? Die des Vier-Augen-Gespräches, pardon, des Acht-Saiten-Dialogs: Zwei Musikerinnen und zwei Instrumente kommen sich hier musikalisch in Höhen und Tiefen so nah wie selten. Im zweiten Satz wird da schon mal gekratzt und gehämmert, was das Zeug hält. Das berührt.

Final dann Schumann, Kammermusik vom Feinsten: In den vier Sätzen des Klavierquintetts Es-Dur schwingt alles mit, was die Form auch bei Schumanns musikalischen Erben definieren wird: das Gegeneinander, das Miteinander, das Ineinander von Mensch und Musik. Die Musiker erschaffen hier Wunderbares: in der Anmutung intim, tiefsinnig, doch den Einzelnen mitunter bis zum Äußersten treibend.

Dieser Abend in der Tonhalle und speziell das Klavierquintett bilden einen prachtvollen Abschluss für das Schumannfest 2016, das mit berührenden Momenten und großen Namen in diesem Jahr rund 14.000 Besucher begeisterte.

Quelle: RP
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