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Düsseldorf
Von Berliner Architekten für das "Maghreb-Viertel" lernen

Düsseldorf. Wie sieht es eigentlich aus mit dem öffentlichen Raum? Eine Frage, die auch für das Tanzhaus interessant ist. Immer öfter begeben sich Choreographen aus dem vermeintlich sicheren Kokon der Abgeschlossenheit und erobern neue Formen und Gebiete. Was fängt man dann an mit der geografischen Lage des Tanzhauses in Bahnhofsnähe? Mit Oberbilk ist der Stadtteil, der zur Überraschung vieler von den Medien in "Maghreb-Viertel"" umgetauft wurde, in den Blickpunkt geraten. Von Thomas Hag

Spannende Fragen, denen die Direktorin des Tanzhauses, Bettina Masuch, und Ursula Sinnreich von der Kunststiftung NRW in der zweiten Auflage der Diensttagsgespräche nachgingen. Als Gäste hatten sie den Architekten Tim Edler und den Stadtforscher Stephan Lang eingeladen, und gemeinsam gingen sie dem Phänomen der Urbanisierung nach. Edler ist mit dem "Fußbad"-Projekt in Berlin bekanntgeworden, auch Lang ist eher mit der Hauptstadt vertraut. Düsseldorfer Belange kamen daher etwas zu kurz, die Zuhörer mussten die Verhältnisse auf die eigenen Verhältnisse übertragen.

Es geht aber auch in Düsseldorf um die Frage nach der Rückgewinnung des öffentlichen Raums. Wem gehört die Stadt? Den Investoren oder denen, die in den urbanen Zentren leben? Edler konnte mit Beispielen und unter Zuhilfenahme von Videomaterial zeigen, wie man einen bislang vernachlässigten Raum mitten in Berlin, den Spreekanal, als Begegnungsort für die Bürger nutzen kann. Mit theoretischen Beiträgen hielt er sich zurück, sprach jedoch von einer "Beschwerdekultur", die Öffentlichkeit als Verlängerung des gemütlichen Wohnzimmers sieht. Natürlich, so stellte er klar, muss die Sicherheit stets gewährleistet bleiben. Lang führte behutsame städtische Entwicklung vor, das Drängen in die Ruhe der Vorstädte und die Rückkehr in die Städte mit ihrem pulsierenden Leben, aber auch mit den bekannten Problemen wie steigenden Kosten und Gentrifizierung.

Der Tanz ging zwischen all dem etwas unter, auch wenn Bettina Masuch darauf hinwies, dass alle kulturellen Praktiken von der städtischen Lage beeinflusst sind und auch darauf reagieren. Spannende Einsichten also, vom Schwimmen in der Spree bis zu urbaner Angst.

Quelle: RP
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