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Düsseldorf
Was große Autorinnen von Hand notierten

Düsseldorf. Wenn es stimmt - wie es Bürgermeister Friedrich Conzen in seinem Grußwort sagte -, dass Sammler glückliche Menschen sind, müssen Rita van Endert und Kirsten Engelmann aus München recht froh auf ihr Leben blicken. Das Heine-Institut ehrte die beiden Frauen jetzt, weil sie eine beeindruckende Sammlung von über 2000 Handschriften und 500 Widmungsexemplaren weiblicher Autoren aufgebaut und das gesamte Material dem Institut geschenkt haben. Schriften von Persönlichkeiten wie Lore Lorentz und Bertha von Suttner sind darunter, von Bettina von Armin, Astrid Lindgren, Pearl S. Buck.

"Gibt es unter all den Werken eines, das Ihnen besonders am Herzen liegt"?, fragte Gaby Köster vom Heine-Institut. "Jedes hat aus bestimmten Gründen seinen Platz", so Kirsten Engelmann. Sie ist die Witwe des Schriftstellers Bernt Engelmann, der dem Institut schon vor Jahren seine beträchtliche Sammlung von Autographen vermachte. "Aber es waren fast nur Männer darunter", ergänzte Rita van Endert. "Das wollten wir korrigieren." Instituts-Leiterin Sabine Brenner-Wilczek stieß beim Durchforsten der Blätter auf einen besonderen Schatz: eine Handschrift von Else Lasker-Schüler mit "Ein alter Tibetteppich". "Das in der Hand zu halten, sorgt schon für Gänsehaut", sagte sie. Der Status von Schriftstellerinnen hat sich gewandelt, vorbei also die Zeiten, in denen Frauen noch unter männlichem Pseudonym veröffentlichen mussten. Trotzdem sind die Honorare noch immer geringer. In dieser Hinsicht ist die Sammlung auch ein Beitrag zur Emanzipation. Thomas Hag

Quelle: RP
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