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Düsseldorf
Wie im Film

Düsseldorf: Wie im Film
Impressionen aus den USA bringen die Fotografen Katja Stuke und Oliver Sieber mit. FOTO: Stuke
Düsseldorf. Ausstellung im Jacobihaus: Katja Stuke und Oliver Sieber haben in den USA Drehorte fotografiert. Heute läuft das Programm wieder an. Von Thomas Hag

Nicht alle Motive drängen sich so auf wie die Manhattan Bridge, die monumental am Ende der Straße mit den alten Backsteinhäusern aufragt. Wir kennen das Bild, auch wenn wir noch nie in Brooklyn waren. Als Kinogänger wissen wir: Hier hat Sergio Leone sein Gangster-Epos "Once Upon a Time in America" ("Es war einmal in Amerika") gedreht.

Düsseldorf ist Film-Stadt FOTO: Hüskes, Achim

Die Düsseldorfer Fotografen Katja Stuke und Oliver Sieber haben den Drehort bei einer ihrer Amerikareisen fotografiert und laden den Betrachter mit ihrem Gemeinschaftsprojekt auf eine komplexe Reise der Assoziationen ein, auch mit den anderen 60 Bildern, die derzeit im Jacobihaus am Malkasten zu sehen sind. Ursprünglich sind die Fotos in Schwarz-Weiß gemacht worden, hier sind sie in Farbe. Der Titel der Ausstellung "O.i.F. (Original in Farbe)" weist darauf hin, so wie die Orte auf die Mythen und Legenden verweisen, die wir mit den Filmen verbinden.

Unter jedem Foto sind die Filmtitel aufgelistet. "Blade Runner" steht unter dem Bild des beeindruckenden Second Street Tunnel an der Figeroa Street. Und hier wird es komplizierter, denn den Tunnel kennen wir auch aus "Kill Bill", nur dass er dort plötzlich in Tokio zu finden ist. Denn die Filmindustrie nutzt spektakuläre Orte gerne mehrmals.

Düsseldorf und Düsseldorfer in Hollywood-Filmen FOTO: dapd, Andrew Cooper SMPSP

"Available for filming" - für Dreharbeiten verfügbar - hat ein Café-Besitzer dann auch gleich auf der Eingangstür plakatiert, location scouts, die Menschen, die nach geeigneten Orten zum Filmen suchen, können hier fündig werden. Aber die Fotos von Stuke und Sieber stellen keine cineastische Rundreise dar. Die Orte, die sie gesucht und gefunden haben, sind oft vor allem eines - einsam. Es ist so, als würde man auf die handelnden Personen warten, die alles mit Leben erfüllen - aber keiner kommt. Natürlich bestehen die Fotos auch vor dem Auge des Betrachters, den die Filme gar nicht so interessieren.

Sie stehen in der Tradition der Farbfotografie, die erst in den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts als künstlerisches Medium wahrgenommen wurde. "Hilla Becher hat als Erste Fotos von Stephen Shore in ihre Klasse gebracht", weiß Sieber. Diese "Street Photography" mit ihrer fast beiläufigen, nicht voreingenommenen Haltung führt den "Mulholland Drive" aus David Lynchs Albtraum wieder zurück in die urbane kalifornische Realität. In der Düsseldorfer Realität finden wir uns - mit einem Schlenker - auch im Jacobihaus wieder. "Ein Fuchs!" Katja Stuke deutet in den Malkastenpark. Und in der Tat, da streicht das Tier ganz lässig herum, nur ein paar Vögel regen sich auf. Natürlich wird der ungewöhnliche Besucher sofort fotografiert. Ein Zufall? Ein Fuchs taucht auch im Design auf, das Stuke gerade für die Theatergruppe "Kabawil" entworfen hat.

Info Heute lädt der Künstlerverein Malkasten ab 19 Uhr zur ersten Veranstaltung nach den Ferien ins Jacobihaus. In der "Replikantenbar" gibt es Hot Dogs und Cocktails. Die Ausstellung läuft bis September, jeweils Dienstag oder nach Anmeldung. Künstlerverein Malkasten, Jacobistr. 6a, 40211 Düsseldorf, Tel: 0211 35 64 71

Quelle: RP
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