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Düsseldorf
Zehenspitzenblues mit Jesper Munk

Düsseldorf. Der 24-jährige Musiker begeistert im Stahlwerk, bis ihm die Lieder ausgehen. Von Meike Glass

Man muss schon zweimal hinschauen, bis man glaubt, dass die Stimme, die man hört, und die Person, die man sieht, zusammengehören. So überraschend ist der Moment, wenn der blonde, schmale Junge in Jeans und weißem T-Shirt zu singen beginnt. Jesper Munk ist gerade mal 24 Jahre alt, doch seine Stimme klingt so markant, rau und lebenserfahren wie die der ganz großen Soul- und Rock'n Roll-Musiker.

Dass Tom Waits, J.J. Cale oder B.B. King zu seinen musikalischen Vorbildern gehören, merkt man nicht nur an der hohen Qualität der Cover-Versionen, die er auf seinem Konzert im Stahlwerk als Zugabe präsentiert; der Einfluss zieht sich auch spürbar durch seine eigenen Lieder. Zwei Alben hat er bisher veröffentlicht, sein Sound ist eine Mischung aus Blues, Folk, Soul und Rock'n'Roll. Und nicht nur seine Stimme, die sich mühelos zwischen leisen, klaren Tönen und lauten, rockigen Momenten bewegt, ist einzigartig. Hinzu kommt sein Gitarrenspiel. Auch das begeistert.

Hatten die Zuschauer zu Beginn des Abends noch gemütlich in der Sandstrand-Atmosphäre des Treibguts gesessen und die Beine im Pool baumeln lassen, so stehen sie nach dem ersten Song und tanzen im leichten Abendwind zur Musik des Münchners. Die Stimmung zwischen ihm und dem Publikum passt: Gemeinsam verbringt man einen lauen Sommerabend, mit guter Musik und einem schönen Sonnenuntergang.

Es macht Spaß zu sehen, wie groß Jesper Munks Spielfreude ist. Er lebt seine Musik mit dem gesamten Körper: schlängelt und wiegt sich durch seine Songs und tanzt barfuß auf Zehenspitzen über die Bühne.

Immer wieder erzählt er kurze Anekdoten und lächelt dabei so gewinnend, dass man nur allzu gut versteht, weshalb besonders der weibliche Teil des Publikums so angetan von ihm ist. Man hat das Gefühl, wenn es nach ihm und den Zuschauern gehe, so müsste das Konzert nie enden.

Nach knapp zwei Stunden verabschiedet sich der junge Musiker dann aber doch. Nicht, weil er keine Lust mehr hat, sondern "weil ich einfach keinen verdammten Song mehr habe, den ich als Zugabe spielen könnte", sagt er. Bald wird sich das ändern, denn er arbeitet momentan an einem neuen Album. Die Düsseldorfer werden ihn mit diesem dann sicher wieder liebend gern empfangen.

Quelle: RP
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