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Freizeit-Tipp
Zu Besuch bei den kleinen Schweinen

Düsseldorf. Der Frühling zieht auch im Wildpark Grafenberg ein. Die ersten Tiere mit Nachwuchs sind die Wildschweine. Die Frischlinge kann man jetzt besuchen. Von Holger Lodahl

Endlich werden die kalten Tage weniger. An den Sträuchern schauen vorsichtig die grünen Knospen heraus und die Beete sind schon recht ansehnlich bunt voller Osterglocken und Krokusse. Auch der Wildpark im landschaftlich reizvollen Grafenberger Wald blüht auf. Das freut die Tiere, die nun wieder bei bester Laune um die Büsche streifen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Zu den Alttieren werden sich in den kommenden Wochen immer mehr Tierkinder gesellen.

Am schnellsten mit dem Nachwuchs sind in diesem Jahr die Wildschweine. Mehrere Frischlinge sind geboren und stöbern schon durch die Gehege. Ein wenig scheu noch fragen sich die braun-weiß-gestreiften Jungtiere wohl, wer denn die merkwürdigen Gesellen auf zwei Beinen sind. Bald werden sie auch ohne Lehrbuch wissen, dass es menschliche Besucher sind, die gern in den Wildpark kommen, um Tierkinder und Tiereltern beim Stöbern und Spielen zu sehen. Bester Platz für die Besucher ist die Aussichtsplattform, die im vergangenen Jahr vom Düsseldorfer Gartenamt über dem Wildschweingehege aufgebaut wurde und einen guten Überblick über das Areal bietet.

Was die Wildschweinknirpse zurzeit noch nicht interessiert, deren Eltern aber schnüffelnd erwarten, sind die Mitbringsel der Besucher. Sie dürfen die großen Borstentiere nämlich füttern - allerdings nur, wenn sie einige Regeln beachten. Zwar sind Schweine Allesfresser, aber maßlos alles in sich hineinfuttern sollten sie nicht.

Damit die Düsseldorfer Wildschweine gesund bleiben, sollen sie von den Tierfreunden ausschließlich Rohkost wie Möhren, Kohlrabi, Kartoffeln, Äpfel, Birnen, Eicheln und Kastanien bekommen. Nudeln zum Beispiel enthalten zu viele Kohlehydrate und sind deshalb keine geeignete natürliche Nahrungsgrundlage für die Wildtiere - und Süßigkeiten schon gar nicht. Wildschweine können sich schließlich nicht die Zähne putzen. Am Ende würden die Tiere nicht nur dick, sondern bekämen auch noch Karies. Aber die Frischlinge ernähren sich sowieso eine Zeit lang nur von Muttermilch. Erst im Alter von drei Monaten nehmen sie festere Nahrung auf - also ab Ende Mai. Bis es soweit ist, sollte das Füttern vorsichtig geschehen. Bekommen die Wildschweine zu viele Leckereien von den Besuchern, könnten sie sich überfressen. Oder sie lassen Äpfel, Möhren und Kartoffeln liegen, bis sie verdorben sind. Viele Wildtiere fressen die Kost dann, obwohl sie nicht mehr genießbar ist. Üble Bauchschmerzen haben die Schweine jedoch nicht verdient. Wer trotzdem füttern möchte, kann jederzeit die Mitarbeiter im Wildpark fragen. Wildpark-Chef Björn Porsche und sein Team helfen gern weiter.

Auf dem Gelände leben rund 100 Tiere. Zu den Mitbewohnern der Wildschweine gehören Rehe, Hirsche, Vögel wie Fasane und Rebhühner sowie im speziellen Raubwildgehege auch Füchse, Iltisse, Wildkatzen und Waschbären. Im Bienenhaus, im Naturteich und auf dem Ameisenhaufen sind viele weitere Tiere zu Hause. Die Tiere entscheiden selbst, wie sie ihre Freizeit verbringen. Wie und wann sie sich den menschlichen Besuchern zeigen, bleibt ihnen überlassen, vorgeführt werden sie nicht. Vor allem die Alttiere sind mit den Besuchern jedoch schon gut bekannt, so dass sie recht zutraulich sind. Die Tierkinder, zurzeit ausschließlich die Wildschwein-Frischlinge, werden sich sicher auch noch an die Zweibeiner gewöhnen.

Quelle: RP
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