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Gastro-Tipp
Zum Aperitif ein Spanferkel-Popcorn

Düsseldorf. Der Süden Flingerns statt des Nordens von New York - in der Bronx Bar gibt es kreativ zubereitetes Essen und gute Weine in einem spannendem Ambiente. Von Nicole Lange

Nun gut, es ist nicht Oberkassel, sondern Flingern-Süd - aber in der New Yorker Bronx wähnt sich der Besucher in der Ruhrtalstraße unweit des B8-Centers wahrlich nicht. Den nördlichsten Stadtbezirk New York Citys verbinden viele Menschen noch mit Armut und Kriminalität - die Düsseldorfer Bronx Bar gibt sich dagegen stylisch, schick, ausgesprochen szenig.

Der gute Eindruck beginnt mit dem Ambiente: coole Ornament-Tapeten, eine Einrichtung mit viel massivem Holz und klarer Linie, aber auch vielen liebevollen Details - bis hin zum Glitzerkrönchen, das den Eingang zu den Waschräumen für Damen markiert. Die Mitarbeiter im Service sind unprätentiös, freundlich, aufmerksam und zumeist sehr fix. Wird mal eine Getränkebestellung vergessen (was durchaus passiert; niemand ist perfekt), dann ist die Zerknirschung groß und das Sorry ebenso.

Das ganz große Plus der Bronx Bar ist aber zweifelsohne die Speisekarte, die ebenso abwechslungsreich wie kreativ daherkommt und eine große Auswahl besonderer Zutaten bietet. Ganz groß ist das Spanferkel-Popcorn & Rosmarin (4,90 Euro), das man sich auch bei kurzen Besuchen zum Getränk schmecken lassen kann. Auch die hausgemachten vegetarischen Frühlingsrollen (6,50 Euro) fallen in die Kategorie: geht vorab, geht aber eigentlich auch sonst immer. Bei den Hauptspeisen sieht es ähnlich aus: Wer sich traut, bestellt Spaghetti AOP (Knoblauch, Oliven, Peperoni) mit Steak Onglet (17,90 Euro). Wer es schlichter mag, wird mit Pasta Arrabbiata (8,90 Euro) bestens bedient.

Ausgerechnet bei den Burgern, die derzeit in der Düsseldorfer Küche ja zum guten Ton gehören, schwächelt der Laden allerdings ein wenig, etwa der "Bronx Bööörger" mit Spezial-Sauce für 16,90 Euro. Die 220 Gramm Rindfleisch kommen etwas zu durchgebraten daher, das Zwiebel-Konfit ist kaum zu schmecken und die als Beilage servierten Fritten sind eher ein bisschen langweilig. Alternativ-Tipp: Süßkartoffel-Fritten, die auch einzeln geordert werden können. Angesichts der Burger-Konkurrenz in der Landeshauptstadt dürfte bei der Burger-Auswahl noch einmal nachgelegt werden. Wer allerdings den Tuna Bööörger mit halbrohem Yellowfin Tuna (Thunfisch) bestellt, wird sich wiederum kaum beklagen - ungewöhnlich, handwerklich einwandfrei und richtig lecker. Und wie alles andere in der Bronx Bar liebevoll angerichtet.

Für weitere Besuche hält die Speisekarte noch einiges an Angeboten offen: Neugierig machen das Huhn (unter Ziegelstein gebruzzelt mit Ofen Jemös) und das Doraden-Sandwich mit Couscous und Ofen-Kirschtomaten.

Die Getränkekarte ist ebenfalls lang und abwechslungsreich. Es gibt eine große Auswahl offener Weine, bei denen sich der Saar Riesling Margaretehof (5,20 Euro für 0,2 Liter) und der Ca Di Rajo Merlot (5,50 Euro) als hervorragende Wahl entpuppen. Wer's schicker haben will, ordert eine Flasche "Seleccion Especial Abadia Retuerta" für lockere 65 Euro - diese Bestellung muss aber angesichts der guten Konkurrenz im günstigeren Bereich nicht sein. Serviert wird der Wein übrigens in einem schlichten Glas ohne Stiel. In dieser Hinsicht kann sich mancher Gast nicht so recht entscheiden, wie er diese Idee findet. Es stört nicht richtig, wirkt aber etwas zu banal.

Auf der Karte der Bronx Bar stehen darüber hinaus auch eine Reihe klassischer Longdrinks und einige gute Mix-Getränke - mit denen steht längeren Feier-Nächten nichts im Wege.

Quelle: RP
 
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