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Stadtsparkasse in Düsseldorf
Kunden verärgert über neue Gebühren

Stadtsparkasse in Düsseldorf: Kunden verärgert über neue Gebühren
Josef Ilbertz in seinem Gartencenter in Wittlaer. Er kann sein Wechselgeld nicht mehr in der Stadtsparkasse des Stadtteils holen. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Die Stadtsparkasse verlangt ab heute Geld für Bareinzahlungen und schränkt die Möglichkeit ein, das Geld abzugeben. Das ist für Gewerbetreibende ein Ärgernis und ein Sicherheitsproblem. Die Sparkasse sagt, sie lege nur Kosten um. Von Uwe-Jens Ruhnau

Auf Gewerbekunden der Stadtsparkasse kommen neue Kosten zu. Wer sein Bargeld, etwa die Tageseinnahmen seines Restaurants oder Geschäfts, bei dem kommunalen Kreditinstitut einzahlen will, wird dafür nun zur Kasse gebeten. Im Fall eines Restaurants in der Nähe des Südrings sind es beispielsweise 50 Euro pro Monat, die ab heute fällig werden. Die Mitarbeiterin, die das Geld bislang in der Sparkassenfiliale in Hamm abgegeben hat, soll dies dort nicht mehr tun können. "Ich soll jetzt zur Zentrale an der Berliner Allee fahren", sagt die Frau.

Hintergrund: Die Stadtsparkasse beschränkt aufgrund der neuen EU-Bargeldüberprüfungsverordnung gewerbliche Ein- und Auszahlungen auf wenige Filialen. "Wir sind ab dem 1. April dazu verpflichtet, das Münzgeld auf Echtheit zu überprüfen", sagt ein Sprecher der Stadtsparkasse. Bei Scheinen sei dies bereits der Fall, nun gelte die Pflicht auch bei Münzen. Dies erzeuge Aufwand, den man in Einzelgesprächen mit den Kunden definiere. "Der Aufwand ist je nach Unternehmen unterschiedlich", so der Sprecher. Er werde mit einem Kalkulationsprogramm ausgerechnet, die Kosten würden dann als Monatsgebühr vom Konto abgezogen. Es könne auch um 100 Euro Gebühr pro Monat oder mehr gehen.

Aber nicht nur Bar-Einzahlungen, auch die Ausgabe von Wechselgeld wird auf wenige Filialen umgestellt. Josef Ilbertz, der in der Altstadt gegenüber vom Rathaus sein Geschäft und in Wittlaer die große Baumschule und das Gartencenter Böhmann-Ilbertz führt, hält davon gar nichts. "Über Jahrzehnte haben wir unser Wechselgeld in Wittlaer holen können, jetzt schickt man uns zur Ulmenstraße oder zur Hauptstelle in der Innenstadt." Dies sei aber kaum praktikabel. "Je nach Geschäft ist dies in der Hauptsaison zwei oder drei Mal am Tag der Fall." Das wisse man nicht vorher.

Die Sparkassen-Mitarbeiter gaben Ilbertz den Rat, sich doch für einige Tage mit Bargeld einzudecken. Aber diesen Vorschlag hält dieser für nicht angemessen. "Wir hatten im vergangenen Jahr drei Einbrüche, immer sind die Ganoven an den Tresor gegangen. Da sind die weiteren Straftaten doch programmiert." Dies sieht auch der Gastronom vom Südring so, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Wenn nur noch wenige Filialen für gewerbliche Ein- und Auszahlungen und das Wechselgeschäft zuständig seien, erhöhe dies nicht das Sicherheitsgefühl. Im Gegenteil, Überfälle würden wahrscheinlicher. Ilbertz spricht unter dem Strich "von schlechtem Service und fehlender Kundenfreundlichkeit".

Die Stadtsparkasse verweist auf den Prüfaufwand, den man an Dienstleister delegiere, die über Automaten verfügten, die von der Bundesbank zertifiziert seien. Andere Stadtsparkassen würden diese Geschäfte sogar nur noch in der Hauptstelle abwickeln. Dies sei beispielsweise in Frankfurt der Fall. Es komme sogar immer wieder vor, dass Konkurrenzbanken ihre Kunden mit Bargeld zur Stadtsparkasse schickten.

Quelle: RP
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