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Unfall in Düsseldorfer Kunstakademie
Sturz durch Kamin: Studentin in Lebensgefahr

Paar stürzt in 30-Meter-Schacht in Kunstakademie
Paar stürzt in 30-Meter-Schacht in Kunstakademie FOTO: Patrick Schüller
Düsseldorf. In einer dreistündigen Rettungsaktion hat die Feuerwehr in der Nacht zu Montag zwei Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie aus einem Kaminschacht gerettet. Verbotenerweise sollen sich laut Kunstakademie mindestens drei Personen auf dem Flachdach aufgehalten haben.  Von I. Schwerdtfeger und C. Siedentop

Ein Paar brach durch einen 30 Meter tiefen Schacht ein. Beide wurden dabei schwer verletzt. Der Zustand der Frau ist kritisch. Die Feuerwehr war gegen drei Uhr zu dem Einsatz an der Kunstakademie in der Reuterstraße gerufen worden. Auf dem Dach hatten sich mehrere Personen aufgehalten - offenbar, um sich etwas Abkühlung zu verschaffen, so die Polizei. Angaben der Kunstakademie zufolge soll es sich um Studenten des Instituts gehandelt haben.

Die Studenten durften sich für die Vorbereitung ihres Sommerabschlusses länger in der Akademie aufhalten. "Jede Klasse hat daher einen Schlüssel für das Institut", sagte Alex Wissel, Sprecher der Kunstakademie. Die Stelle, an der sich die jungen Leute aufgehalten hatten, soll öffentlich nicht zugänglich sein. "Da muss man schon einigen Aufwand betreiben", erklärte Wissel.

Ein junger Mann und eine Frau der Gruppe hatten sich zu später Stunde dann auf die Abdeckung eines stillgelegten Kamines gesetzt und brachen plötzlich ein. Sie fielen 30 Meter tief vom Dach bis in den Keller des Gebäudes.

Beim Eintreffen der Feuerwehr waren beide ansprechbar. Um den Gesundheitsstand der beiden Studenten festzustellen, wurden Höhenretter in den 80 mal 80 Zentimeter breiten Schacht heruntergelassen. Auf diesem Weg konnten die Verletzten schnell medizinisch versorgt werden.

Um das Paar retten zu können, öffnete die Feuerwehr den Kamin vom Untergeschoss aus. So konnte zunächst der Mann, der auf Stahlträger gefallen war, stabilisiert und dann schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die junge Frau war zwei Meter weiter auf den Grund des Schachts gestürzt. In enger Absprach mit dem Notarzt musste der Höhenretter die lebensgefährlich verletzte Frau auf die Rettung vorbereiten. Dazu wurden ihr ein Korsett und eine stabile Halskrause angelegt. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig: Die Feuerwehrleute konnten die Stahlträger nicht durchtrennen, da die Verletzungsgefahr während den Arbeiten für die Frau zu groß gewesen wäre. Die Retter mussten schließlich Mauerwerk entfernen, bis auch die Eisenträger freilagen und weggenommen werden konnten.

Nach einer medizinischen Versorgung vor Ort wurde auch die Frau in ein Krankenhaus gebracht. Notfallseelsorger kümmerten sich um die Personen, die auf dem Dach Zeugen des Unfalls wurden. 35 Retter waren im Einsatz.

Mitarbeiter und Studenten der Kunstakademie zeigten sich am Montag erschüttert: "Unsere erste und tiefste Anteilnahme gilt gleichwohl den Betroffenen, denen wir von ganzem Herzen baldige und vollständige Genesung wünschen möchten. Ihren Familien, Angehörigen, den nächsten Freundinnen und Freunden möchten wir so gut es eben nur geht zur Seite stehen", teilte die Kunstakademie in einer Pressemitteilung mit.