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Prozess in Düsseldorf
Kunsthändler soll Werke unterschlagen haben

Düsseldorf. Viel Fantasie am Kunstmarkt bescheinigt die Staatsanwaltschaft einem 51-jährigen Kunsthändler aus Mülheim. Er soll zwischen 2013 und 2015 kaum eine Gelegenheit ausgelassen haben, sich beim Umgang mit Werken von Star-Künstlern auf kriminelle Weise zu bereichern.

Betrug, Diebstahl und Unterschlagung werden dem Mann laut Anklage jetzt vorgeworfen - und ein Gesamtschaden von fast 70.000 Euro. Über den Fall verhandelt das Amtsgericht am Donnerstag.

Kunst zu verkaufen, die ihm gar nicht gehörte, soll die Spezialität dieses Angeklagten gewesen sein. So habe er einem Galeristen 2013 acht Meisterwerke abgeschwatzt - angeblich, um die Arbeiten interessierten Kunden vorzulegen. Zurückgegeben hat er laut Anklage nur die Hälfte, vier Werke sind verschwunden, darunter ein großformatiges, übermaltes Foto (für 20.000 Euro) aus dem Gemeinschaftswerk der Künstler Arnulf Rainer und Dieter Roth. Auch eine Schallplatte von Joseph Beuys ("Sonne statt Reagan"/3000 Euro) und zwei 2,70 Meter hohe Bronze-Skulpturen von Lüpertz als "Hommage an Beethoven" vermisst der Galerist bis heute.

Etwa zeitgleich soll der Angeklagte einem Kunstkäufer, der gerade zehn Papier-Arbeiten des Kunstprofessors Peter Chevalier für 20.000 Euro erworben hatte, beim Ausladen dieser Werke geholfen haben. Erst hinterher sei dem Neu-Besitzer aufgefallen, dass eins der Chevalier-Blätter fehlte. Zur Diebstahls-Anzeige gegen den Angeklagten kam es erst, als der kurz danach versucht haben soll, jenes Bild zu verkaufen. Und einem Warhol-Käufer soll der 51-Jährige Anfang 2015 sogar vorgeflunkert haben, er sei berechtigt, gleich den Kaufpreis von 32.000 Euro bar zu kassieren. Laut Staatsanwaltschaft erhielt er eine Anzahlung und eine Luxus-Uhr (für 17.000 Euro) als Sicherheit. Die Uhr soll der Angeklagte für 10.000 Euro verkauft, den Erlös sowie die Bar-Anzahlung behalten haben.

(wuk)
 
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