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Düsseldorf
Kunstpalast: Stadt springt für Eon ein

Düsseldorf. Düsseldorf will seine Förderung für das Museum um rund 1,4 Millionen Euro erhöhen. Von Arne Lieb

Das Museum Kunstpalast muss nach dem Ausstieg von Hauptsponsor Eon wahrscheinlich keine finanzielle Lücke befürchten. Die Stadt Düsseldorf plant, ihre Förderung ab 2018 um rund 1,4 Millionen Euro zu erhöhen. Damit würde die weggefallene Zuwendung des Energiekonzerns in Höhe von zuletzt 750.000 Euro pro Jahr ausgeglichen. Außerdem würde erstmals seit 2011 auch ein Teil der Kostensteigerungen ausgeglichen, das Museum erhielte also mehr Spielraum. Der Kulturausschuss hat der Erhöhung bereits zugestimmt, nun fehlt noch der Beschluss des Stadtrats, der am 15. Dezember tagt. Allerdings lässt sich die Entscheidung 2017 noch ändern, falls die Politik das will.

Die Erhöhung des Zuschusses dürfte die Suche nach einem Nachfolger für den Leiter Beat Wismer vereinfachen. Der geht im kommenden Jahr in den Ruhestand. Zwar gibt es bereits eine Findungskommission für diese Stelle, allerdings wird hinter den Kulissen immer noch darum gerungen, welche Aufgaben der oder die Neue überhaupt ausüben soll. Bis das geklärt ist, lässt sich die Personalie nicht erledigen. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) möchte einen Generaldirektor installieren, der auch die anderen Museen für Bildende Kunst leitet, also Kunsthalle und KIT. Bislang findet er mit diesem Plan aber keine politische Mehrheit.

Eon hatte der Stadt im Frühjahr mitgeteilt, dass man die langjährige Museumspartnerschaft beenden wird - ein schwerer Schlag für das Kunsthaus. Seit 1998 hatten Stadt und Unternehmen den Kunstpalast gemeinsam über eine Stiftung als öffentlich-private Kooperation betrieben, Eon hat seitdem insgesamt eine Förderung in Höhe von 42 Millionen Euro gewährt. Weitere 15 Millionen wurden für die Sanierung der Eon-Akademie ausgegeben. Allerdings will der kriselnde Energiekonzern noch zwei Ausstellungen 2018 und 2019 mit weiteren 500.000 Euro bezuschussen.

Die Stadt unterstützt das Museum pro Jahr bislang mit rund sieben Millionen Euro. Als Ausgleich für den Ausstieg von Eon waren diverse Ideen diskutiert worden, unter anderem eine höhere Förderung durch die Stadtsparkasse oder ein Engagement von Bürgern. Die Beteiligten hoffen weiterhin auf einen neuen Firmensponsor.

Quelle: RP
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