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Düsseldorf
Kunstprojekt verwirrt die Düsseldorfer

Düsseldorf: Kunstprojekt verwirrt die Düsseldorfer
Ein neues Rathaus am Rhein? Vor allem diese Fotomontage sorgte bei den Düsseldorfer für Aufsehen. FOTO: Privat
Düsseldorf. Zum Geburtstag des verstorbenen Architekten von Esleben werben Plakate für angebliche Neubauten. Von Christiane Kreder

Soll das Rathaus wirklich als Hochhauskomplex an die Rheinuferpromenade ziehen? Und soll das Schauspielhaus wirklich neu gebaut werden? Wenn es nach Paul Schneider von Esleben, dem verstorbenen Düsseldorfer Architekten, gegangen wäre, dann schon. Doch im Gegensatz zum Mannesmann-Hochhaus und der Haniel-Garage konnte von Esleben diese Pläne nicht umsetzen. Vielen Düsseldorfern waren sie vermutlich nicht einmal bekannt - bis jetzt.

Zum 100. Geburtstag des Architekten hauchte Künstler Johannes Post fünf Entwürfen neues Leben ein und macht die Düsseldorfer mit seinem Kunstprojekt ratlos: 26 Plakate zeigen Bauprojekte wie das neue Schauspielhaus oder das neue Rathaus an der Rheinuferpromenade. Auf den nüchternen Planungsgrafiken ist weiter nichts zu lesen, nur der Hinweis "PSE plant". Optisch erinnern die Fotomontagen dabei stark an die Infoplakate über die Bauvorhaben der Stadt. "Genau so hatte ich das auch geplant",erklärt Johannes Post. "Schon beim Aufbau sind die Leute stehengeblieben und haben gefragt: Wird das wirklich gebaut?"

Wo jetzt das Hotel "Hyatt Regency" steht, wollte Paul Schneider von Esleben sein XO-Haus bauen. FOTO: Privat

Mit seiner Plakataktion wollte Johannes Post die Düsseldorfer an von Eslebens vergessenen Ideen erinnern. Das "PSE" auf den Plakaten steht daher für Paul Schneider von Esleben. Wer das nicht weiß, verwechselt die Fotomontagen leicht mit Plakaten der Stadt. "Eigentlich wollte ich an den entsprechenden Orten, an denen gebaut werden soll, auch noch Schilder aufstellen. Aber das hat das Ordnungsamt nicht erlaubt", so Post.

Auch die Motive sorgen für Aufmerksamkeit. Neben dem Neubau von Rathaus und Schauspielhaus wollte von Esleben auch das sogenannte XO-Haus bauen; und zwar genau dort, wo vor vier Jahren das Hyatt-Hotel eröffnet wurde. "Von Eslebens Entwurf ist von 1995 und steht dem Hyatt an Modernität und Innovation in nichts nach", findet der Künstler. Heute sind von Eslebens Entwürfe im Architektur-Museum der Technischen Universität München ausgestellt. Dort hatte Post sie abfotografiert. Dann ging es für den 32-Jährigen nach Düsseldorf an die Originalschauplätze. An seinem Computer setzte er dann Modell und Fotokulisse zusammen: "So konnte ich von Eslebens Pläne aus dem Tiefschlaf rütteln und das mit Methoden, die er gar nicht hatte." Ein neues Rathaus wird es also nicht geben. Wer sich aber die Plakate ansieht, kann sich zumindest fragen: "Was wäre wenn?"

Quelle: RP
 
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