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Düsseldorf
Ladehemmung in Düsseldorf

Düsseldorf. Der Handy-Akku ist fast leer, aber wir müssen telefonieren. Was tun? Wir haben Händler gefragt, ob wir ihre Steckdose nutzen dürfen. Von Nicole Scharfetter

Kennen Sie auch dieses Gefühl, wenn der kleine Balken oben rechts auf ihrem Handy-Display immer schwächer wird? Werden Sie nervös bei dem Gedanken, dass der Akku bald leer sein könnte, Sie aber weit und breit keine Steckdose entdecken? Unzähligen Menschen geht es so, tagein, tagaus. Deswegen haben wir in der Innenstadt nachgefragt, wer uns ein paar Minuten eine Steckdose zur Verfügung stellen würde.

In einem großen Kaufhaus beginnt unser Test. Wir schlendern durch die Schmuck- und Kosmetikabteilung, werden von links und rechts angesprochen, ob wir dieses probieren wollen oder jenes. "Total gerne", sagen wir, interessieren uns für jenes und auch dieses und kommen nach einer netten Plauderei zu unserer Bitte. Wir haben sogar ein Ladekabel in der Tasche und wir bräuchten nur schnell eine Steckdose, vielleicht zehn, 15 Minuten, während wir uns in der zweiten Etage ein paar schöne Dinge aussuchen. "Nein", sagt die Verkäuferin, "wir sind nicht die ganze Zeit am gleichen Platz. Nicht, dass Ihr Handy nachher weg ist."

Sie schickt uns zur Kasse, wir sollen es doch dort mal probieren. Die Kassiererin würde uns sogar helfen, hat aber keinen Anschluss mehr frei. Kasse, Alarmanlage und allerlei Geräte, die hinter dem Tresen stehen, nähmen schon alles in Beschlag. "Vielleicht in der dritten Etage", sagt sie. Also Rolltreppe rauf, wieder fragen, wieder bitten, ein bisschen betteln, wir formen mit dem Mund eine Schippe, klimpern mit den Wimpern. Die Frau bleibt allerdings unbeeindruckt von unseren Bemühungen und sagt streng: "Das ist zu riskant!"

Sieben Prozent, der Bildschirm wird dunkler und dunkler und dunkler. Halte durch, wir helfen Dir! Gibt es nicht für alles eine App? Eine, die uns zeigt, wo wir in der Stadt das Handy aufladen können? Schaffst Du, allerliebstes Smartphone, das noch? Schnell tippen wir, suchen und finden. Und so schnell wir fündig wurden, so schnell ist unsere Freude wieder weg. "Die App scheint es nicht mehr zu geben", sagt mir Toralf Richter vom Vergleichsportal Verivox später. Etwas Ähnliches für Düsseldorf sei bisher nicht auf dem Markt. Und wieder ist der Balken kürzer geworden, so kurz, dass man ihn kaum noch erkennen kann.

Wir fragen in Cafés und Restaurants, in Kneipen und Bars. "Ohne den Chef dürfen wir das nicht entscheiden", kommt übereinstimmend die Rückmeldung. Niederschmetternd! Mehmet Uslu von Emmis direkt am Marktplatz würde das nur für Stammkunden machen, wir kennen uns nicht. "Was ist, wenn das Telefon kaputt geht?", fragt er. Und in der Pommesbude um die Ecke verstehen die Mitarbeiter nur so viel, dass sie uns, anstatt das Handy aufzuladen, eine Falafel verkaufen wollen.

Einen Erfolg verbuchen wir dann allerdings doch noch. Dennis Kehl vom Vodafone-Laden bietet uns an, dass wir das Handy bei ihm lassen können, ein bisschen bummeln und es dann abholen. Nicht mal ein Kabel brauche ich ihm geben, die hat er für so gut wie jedes Modell. Wir sind nicht mal Kunde bei Vodafone, "aber Sie werden sich beim nächsten Vertragswechsel an uns erinnern", sagt Kehl, der uns einen tragbaren Ersatz-Akku für die Handtasche empfiehlt. Damit wir nie mehr verzweifelt nach einem Stromanschluss suchen, nie mehr nervös werden müssen.

Und eine kluge Geschäftsidee gibt er uns auch gleich noch mit auf den Weg: "Vielleicht könnten Kiosks solche Akkus verleihen, gegen eine kleine Gebühr. Wenn das Handy geladen ist, gibt man der Akku am nächsten Kiosk wieder ab."

Quelle: RP
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