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Düsseldorf
Lärm beim Sport verärgert Anwohner

Düsseldorf: Lärm beim Sport verärgert Anwohner
Arno Mucha vom Vorstand des TuS Gerresheim auf der Anlage Heyestraße. FOTO: Ja
Düsseldorf. Beim TuS Gerresheim klagen Anwohner über den Lärm bei Fußballspielen, beim FC Tannenhof darf sonntags gar nicht nicht gekickt werden. Vereine und die Stadt setzen auf De-Eskalation. Vor allem die häufige Nutzung von Vereinsheimen für Feiern ist vielen Nachbarn ein Dorn im Auge. Von Uwe Reimann und Hanna Koch

Die Zuschauer klatschen, der Schiedsrichter pfeift und der Trainer ruft seiner Mannschaft Anweisungen zu: Alles Geräusche, die auf Sportplätzen einen hohen Lärmpegel verursachen. Nicht selten ärgern sich Anwohner über den Lärm und fordern die Stadt auf, Maßnahmen für mehr Ruhe einzuleiten.

Beim TuS Gerresheim beschwerten sie sich so massiv, dass der Verein und die Stadt seit einiger Zeit auf De-Eskalation setzen. Der Lärmpegel rund um die Anlage an der Heyestraße ist bereits gesenkt worden. Weniger fremde Vereine als bisher dürfen die Anlage nutzen, außerdem wurden Meisterschaftsspiele verlegt, so dass jetzt jeden zweiten Sonntag Ruhe herrscht. Zudem wird der Platz außerhalb der Trainingszeiten und der Meisterschaftsspiele nicht mehr genutzt.

Im gestrigen Sportausschuss beruhigte die Verwaltung jedoch: Weder der TuS Gerresheim noch ein anderer Sportverein sei derzeit von einer Klage in der Ausübung seiner Sportart bedroht.

Die Grünen machen sich Sorgen über die zunehmenden Proteste von Anwohnern. "Es kann nicht sein, dass einzelne Leute den Spielbetrieb blockieren", meint Grünen-Ratsherr Jörk Cardeneo. Das findet auch Arno Mucha, Vorsitzender der Fußballabteilung des TuS Gerresheim. "Es ist ein einzelner Anwohner, der sich immer wieder beklagt", sagt Mucha. Das sei eine zusätzliche Belastungen zu den schon bestehenden Vorgaben.

"Sonntags dürfen wir nur noch 14-tägig spielen, und dann auch nur von 12.45 bis 17 Uhr." Auch wochentags werde der Platz nur noch abends von 16.30 bis 21 Uhr genutzt. "Vor zwei Jahren haben wir unter großem Lob den neuen Kunstrasenplatz an der Heyestraße in Betrieb genommen, mit großen Erwartungen", sagt der fußballbegeisterte Rentner. "Gerne würden wir unsere Jugendabteilung noch ausbauen, aber die Einschränkungen lassen das nicht zu."

Oft ist aber nicht nur der normale Spielbetrieb der Grund. In vielen Vereinen werden die Vereinsheime für private Feiern genutzt. Das ist laut, oft auch abends, und führt oft zu Ärger mit den lärmgeplagten Nachbarn. Auch einzelne Trainingscamps oder Turniere stören die Anwohner. Die Vorgaben, an die sich die Sportvereine halten müssen, werden allerdings nicht durch Klagen der Anlieger bestimmt, sondern durch die Sportanlagenlärmschutzverordnung. Sie schreibt vor, wie viel Lärm erlaubt ist.

Zum Nachteil der Sportvereine sind die so genannten Immissionsrichtwerte sehr niedrig angesetzt. Wird in einem reinen Wohngebiet gespielt, darf der Schallpegel den Dezibelwert von 50 dBA nicht überschreiten – ein Geräusch, das vergleichbar ist mit Vogelgezwitscher im Freien aus 15 Meter Entfernung. Der Grund für den niedrigen Grenzwert: Schon ab einer Belastung von 40 dBA leiden Anwohner unter Lern- und Konzentrationsstörungen.

Beim FC Tannenhof hat die Stadt das den Vereinsoberen bereits beim Bau des neuen Sportplatzes an der Vennhauser Allee gesagt. Der Rasenplatz darf sonntags überhaupt nicht genutzt werden, trotz Lärmschutzwand. "Wir haben uns mit den Vorgaben abgefunden", sagt Kassierer Manfred Haep.

Quelle: RP
 
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