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Anwohner erleichtert
Lage am Rhein in Düsseldorf soll sich entspannen

Anwohner erleichtert: Lage am Rhein in Düsseldorf soll sich entspannen
Viele Menschen kamen an den Rhein, um das Hochwasser zu bestaunen. FOTO: Pawlitzki
Düsseldorf. Das Hochwasser faszinierte viele Ausflügler. Anwohner und Wirte waren dagegen erleichtert, dass es eher glimpflich abgeht. Von Helene Pawlitzki und Torsten Thissen

Für die "Extratour zum alten Rhein" war dieser Sonntag ein guter Tag. Voll war der Gastraum hinten wie vorne, es gab Spareribs und Kuchen und Kakao für die Kinder, eigentlich alles, was ein Hochwassertourist sich so wünscht, wenn er genug gesehen hat von überfluteten Park- und Spielplätzen. Die Urdenbacher Kämpe steht unter Wasser und viele Düsseldorfer und auch einige von außerhalb nutzten diesen Tag, um ein bisschen zu schauen. Zu ungewöhnlich war schließlich der Ausblick: Verkehrsschilder im Wasser, gesperrte Straßen, was trocken war, wurde nass.

Dabei konnten sie das mit gutem Gewissen tun, denn zumindest nach Stand Sonntag, wird es nicht allzu schlimm. Die Hochstände des Rheins werden für heute erwartet, auch bei der Stadt gab man sich entspannt: "Alles ist im grünen Bereich", hieß es aus dem Düsseldorfer Rathaus. Zur Sicherheit hatte die Feuerwehr zu den bereits vorhandenen 20.000 Sandsäcken noch einmal die gleiche Zahl gefüllt, doch deren Einsatz vor dem Deich in Himmelgeist wird erst ab einem Pegel von 9,45 Meter erforderlich. Niemand rechnet damit, dass sie noch gebraucht werden.

Dennoch war der Rhein natürlich auch gestern wieder das beliebteste Fotomotiv in Düsseldorf. Auch in der Altstadt, wo das Wasser etwa die Apollo-Wiese bedeckte, kamen zahlreiche Touristen, um zu schauen, ob sie nicht doch noch nasse Füße bekommen. Allerdings scheint Hochwasser-Gucken am Rhein den Herren mehr zu gefallen als den Damen: Meist sah man sie an der Brüstung mit großer Geste technische Details zu Schifffahrt, Strömungsgeschwindigkeit und Hochwasserschutz erklären. Währenddessen ließen ihre Frauen die neue Naturgewalt Rhein erst mal stumm auf sich wirken. Dann machte einer von beiden noch ein paar Fotos, um schließlich gemütlich weiterzuschlendern.

Auch die Gastronomen der Kasematten hatten harte Arbeit. Allerdings nicht, weil sie die Ausflügler bewirten mussten. Sie mussten Tische, Bänke, Heizpilze, Trennwände, Regenschutz und Bodenplatten abräumen, damit sie nicht nass wurden. Dabei störten die Schaulustigen dann doch ein bisschen.

Zumal: Unterschätzen sollte man das Hochwasser dann doch nicht. Wie etwa ein Autobesitzer, der seinen Wagen an der Himmelgeister Landstraße geparkt hatte, dort wurde es schließlich von den Fluten überrascht und drohte langsam abzusaufen. Glücklicherweise konnte die Polizei gemeinsam mit der Feuerwehr das Auto noch aus den Fluten des Brückerbachs retten.

Quelle: RP
 
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