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Düsseldorf
Land prüft Tunneltechnik nach Starkregen

Düsseldorf: Land prüft Tunneltechnik nach Starkregen
Der Werstener Tunnel stand ebenfalls unter Wasser. FOTO: Isringhaus, Joerg
Düsseldorf. Die Feuerwehr rückte während der schweren Unwetter zu mehr als 450 Einsätzen im Düsseldorfer Stadtgebiet aus. Zwei Tunnel standen unter Wasser, ein Technikraum ist ebenfalls Wasser eingedrungen. Das soll nun Konsequenzen haben.  Von Jörg Janssen und Maximilian Krone

Der Landesbetrieb Straßen NRW will aus den mit Wasser vollgelaufenen Tunneln der A 46 Konsequenzen ziehen. Universitäts- und Werstener Tunnel waren am Mittwochabend in beiden Fahrtrichtungen für mehr als vier Stunden voll gesperrt. Im Universitätstunnel hatten einige Fahrzeuge kurz zuvor den Bodenkontakt verloren, so viel Wasser war eingedrungen. Die Pumpen in dem Tunnel hatten sich gegen 19 Uhr automatisch abgeschaltet, weil Wasser in den Maschinenraum eingedrungen war. "Das haben wir so noch nicht erlebt. Wir werden prüfen, wie wir einen solchen Technikraum so abschotten, dass selbst bei extremem Starkregen kein Wasser mehr eindringt", sagt Ingrid Scholtz, Sprecherin des Landesbetriebs Straßen.

Einen Erfahrungsbericht von unserem Autor, der zur Zeit des Unwetters im Werstener Tunnel feststeckte, lesen Sie hier. 

Auch der Stadtentwässerungsberieb spricht in einem ersten Resümee von einem außergewöhnlichen Ereignis. "Wir haben am Klärwerk Süd in nur 40 Minuten knapp 20 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter gemessen, sonst kommen wir in einem ganzen Jahr auf etwa 700 Liter pro Quadratmeter", sagt Lutz Barenthien, Abteilungsleiter Kanalbetrieb. Seiner Einschätzung nach waren die überschwemmten Stadtstraßen und Keller nicht vermeidbar. Ausfälle von Pumpen habe es jenseits der Tunnel nicht gegeben. Kritik aus der Bürgerschaft, einige Kanäle seien offenbar lange Zeit nicht von Laub und Ästen befreit worden und hätten deshalb kein Wasser mehr aufnehmen können, widerspricht Barenthien. "Der Eindruck mag entstehen. Aber meist ist es so, dass durch Wind und Starkregen Äste und Laub während des Unwetters durch die Gullys in die Kanäle gedrückt werden."

Weil der Notruf der Feuerwehr zeitweise nicht erreichbar war, schaufelten viele Düsseldorfer selbst das Wasser aus ihren Kellern. "Zusammen mit den Nachbarn haben wir mit Eimern und Schöpfkellen das Gröbste entfernt", sagt Arno van Mark. Vor allem im Süden der Stadt standen viele Bürger auch gestern noch unter Schock. In einigen Wohngebieten war fast jeder Keller betroffen. "Das Wasser drängte aus den Wänden und von der Straße in unsere Keller", berichteten Anwohner vom Flemingweg in Wersten. Büroeinrichtung, Schränke und Haushaltsgeräte sind in vielen Häusern nicht mehr zu retten. Viele Bürger fürchten nun, auf den Kosten für die mehrwöchige Trocknung sitzenzubleiben, denn die Versicherung werde womöglich wegen der Nähe der Häuser zum Rhein nicht zahlen.

Insgesamt rückte die Feuerwehr zu 450 Einsätzen aus. "Die Stadt hatte Glück im Unglück: Verletzte wurden uns nicht gemeldet", sagt Feuerwehr-Sprecher Bernd Braun.

Die Lage im Überblick:

Quelle: RP
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