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Düsseldorf
Mordverdächtige Pflegerinnen nicht mehr im Heim

Landgericht Düsseldorf: Mordverdächtige Pflegerinnen nicht mehr im Heim
Eine Pflegehausbewohnerin hält sich an einem Haltegriff fest (Symbolfoto). FOTO: dpa, dbo cul mut
Düsseldorf. Die beiden Frauen, die sich im Januar vor dem Landgericht für den Tod eines Heimbewohners verantworten müssen, sind nicht mehr in der Senioreneinrichtung am Volksgarten beschäftigt.

Ein Sprecher von Emvia, der derzeitigen Betreiberin des vor elf Jahren eröffneten Hauses, teilte auf Anfrage mit, die Beschuldigten hätten das Unternehmen "kurze Zeit nach dem Ereignis verlassen". Den 51 und 35 Jahre alten Frauen wird vorgeworfen, im Dezember 2014 das Schmerzmittel für den 104-jährigen Heimbewohner versehentlich zu hoch dosiert zu haben. Als der Mann Atemnot bekam, sollen sie keinen Notarzt gerufen haben, um ihren Fehler zu vertuschen, der Hochbetagte war kurz darauf gestorben.

Die Anklage geht von "Mord durch Unterlassen" aus. Nach Angaben des Unternehmenssprechers war die Überdosierung tags darauf bei der Medikamentenkontrolle aufgefallen und die Polizei informiert worden. Das neu gegründete Unternehmen Emvia hat im Oktober 46 Pflegeeinrichtungen der MK-Kliniken AG (früher Marseille-Kliniken) übernommen. Zu Maßnahmen, die Irrtümer bei der Medikamentengabe verhindern sollen, äußerte sich der Sprecher nicht.

(sg)
 
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