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Analyse
Warum Köln bei Konzerten besser ist

Lanxess Arena Köln: Warum Düsseldorfs Hallen nicht mithalten können
Die Lanxess Arena gilt als erfolgreichste Konzertstätte Europas - hier ein Auftritt von Kylie Minogue. FOTO: Miserius
Düsseldorf. Düsseldorf hat eine Hallenfamilie, die für jede Konzertgröße etwas bietet. Dennoch bleiben in der Arena und dem Dome die Top-Stars weitgehend aus. Andere Veranstaltungsstätten in Köln oder Gelsenkirchen stehen erfolgreicher da. Von Denisa Richters

Vor wenigen Tagen konnte Düsseldorf doch einen Erfolg bei Live-Konzerten vermelden: Rod Stewart wird nicht nur am 28. November in der Arena vor dem Boxkampf zwischen Wladimir Klitschko und Tyson Fury singen, er gibt am 17. Mai 2016 auch ein Konzert im etwa 12.400 Plätze zählenden ISS Dome. Ansonsten herrscht in der Multifunktionshalle weitgehend Flaute, auch die Esprit-Arena (bis 66.500 Plätze) hat 2016 kaum Top-Stars im Programm. Anderen in NRW gelingt das besser.

Lanxess Arena Köln Die erfolgreichste Konzertstätte Europas landet in der Statistik des Branchen-Magazins "Pollstar" unter den Top-Ten weltweit. 2015 kommt sie auf rund 1,5 Millionen Besucher bei 150 Veranstaltungen. Sie hat eine maximale Kapazität von 20.000, bietet aber auch eine Variante für 7000 an. Zu Mieten und Umsatz will sich das Management nicht äußern, als privatwirtschaftlicher Agierender sei man gezwungen, kostendeckende Mieten aufzubringen. Einen entscheidenden Vorsprung hat die Arena mit wechselvoller Vergangenheit aber: Betreiber ist CTS Eventim, die größte Ticketagentur Europas.

Das kann Düsseldorf von anderen lernen FOTO: dpa, axs

RheinEnergie Stadion Köln Soll es eine Nummer größer sein, gibt es in der Domstadt das RheinEnergie Stadion mit ca. 50.000 Plätzen. Es ist die Spielstätte des FC Köln mit etwa 22 Spielen im Jahr. Daneben gibt es Großkonzerte von Rolling Stones bis Helene Fischer (2015) und Unheilig (2016), wegen strenger Auflagen aber nur maximal fünf pro Jahr. 2014 kamen zu fünf Veranstaltungen 170.000 Besucher, 2015 werden es laut Geschäftsführer Hans Rütten etwa 300.000 Besucher bei neun Veranstaltungen sein. Die Pauschalmiete beziffert er inklusive Nebenkosten auf etwa 300.000 Euro. Der Preis für Veranstalter sei aber niedriger, weil man Logen, VIP- und Business-Plätze selbst vermarkte und Luxus-Pakete mit Hotel und Restaurant sowie Meet & Greet hinter der Bühne schnüre. So kann die Stadt, die alleinige Gesellschafterin ist und jährlich etwa 4,5 Millionen Euro zuschießt, Konzerte für Marketing in eigener Sache nutzen. Der Jahresumsatz liegt laut Rütten bei zehn Millionen Euro, das operative Ergebnis bei zwei Millionen. Unverzichtbar sei "intensive Netzwerk-Arbeit, die kontinuierlich gepflegt und ausgebaut werden muss".

Veltins Arena Gelsenkirchen Bis zu 80.000 Konzertbesucher finden in der Arena Platz, in der Schalke 04 die Hauptrolle spielt. 2,8 Millionen Besucher werden es laut Geschäftsführer Moritz Beckers-Schwarz inklusive der Fußballspiele 2015 sein. "Damit sind wir die Nummer eins in Deutschland." Wie die Stadien in Düsseldorf und Köln gehören auch in Gelsenkirchen Firmen-Events zum Programm. Bei den Konzerten gastieren dort vor allem die Stars, die Massen ziehen - 2016 Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer. Auch Beckers-Schwarz will nicht über konkrete Summen bei Miete und Umsatz sprechen, man setzt aber auf flexible Modelle mit unterschiedlichen Größen. Großer Vorteil dieses Stadions: Der Rasen fährt wie in einer Schublade raus und rein, muss nach Konzerten nicht ausgetauscht werden. Damit sparen Veranstalter bis zu 120.000 Euro.

Helene Fischer hält Hof im ISS Dome FOTO: Christoph Reichwein

Esprit Arena/ ISS Dome Düsseldorf Bei der Arena wird jährlich ein städtischer Zuschuss von elf bis 18 Millionen Euro fällig. 2015 rechnet man (inklusive Fußball) mit 70 Veranstaltungen und 720.000 Besuchern, beim ISS Dome mit 61 Veranstaltungen (inklusive Eishockey) und rund 300.000 Besuchern. Mietpreise liegen bei der Arena im niedrigen sechsstelligen, beim Dome im mittleren fünfstelligen Bereich.

Quelle: RP
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