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Prozess in Düsseldorf
"Lautlos von hinten" Schwiegereltern niedergestochen

Düsseldorf. Ein blutiger Familienstreit wird in Düsseldorf vor Gericht aufgerollt: Ein 31-Jähriger soll seine Schwiegereltern niedergemetzelt haben. Es geht um eine Handy-App und einen Bordellbesuch.

Ohne ein Wort ließ ein 31-jähriger Familienvater gestern vor dem Schwurgericht die Anklage wegen Mordversuchs und versuchtem Totschlag an seinen Schwiegereltern über sich ergehen. Er werde sich erst im weiteren Prozessverlauf zu seinem Lebenslauf und zu den schweren Vorwürfen äußern, kündigten seine Anwälte an.

Laut Anklage hatte seine Frau (27) Ende 2015 mit ihm wegen eines Bordellbesuchs gestritten, hatte spätnachts dann noch ihre Eltern zu Hilfe gerufen. Die Frau warf ihm vor, dass der Vater ihrer beiden Kinder spiele, trinke und obendrein auch noch fremdgehe.

Als ihre Mutter (52) und ihr Vater (61) aber an der Ehewohnung in Rath ankamen, habe der Angeklagte die Schwiegereltern (die zugleich seine Tante und sein Onkel sind) schon nicht mehr in die Wohnung gelassen. Als beide bereits auf dem Rückweg zu ihrem Auto waren, hat er laut Anklage wegen versuchten, heimtückischen Mordes "lautlos und von hinten" mit zwei Küchenmessern auf seine arglose Schwiegermutter eingestochen, sie dabei so schwer verletzt, dass sie nur durch eine Not-OP zu retten war und seither auf einen Rollator angewiesen ist.

Auch der Schwiegervater, der den Angeklagten an weiteren Attacken hindern wollte, war durch Stiche und Schnitte erheblich verletzt worden.

Für den Prozess hat das Landgericht sieben Verhandlungstermine bis Mitte Juni reserviert.

 

(wuk)